Warum du dieses Nussbrot selber backen solltest
Ich nenne es gerne mein „Faulenzer-Brot”. Der Teig ist weich und braucht keine Knetmaschine – ein dänischer Schneebesen oder ein stabiler Kochlöffel reichen völlig aus!
Durch die lange Reifezeit über Nacht (10–12 Stunden) verquellen Haferflocken und Mehl perfekt, der Teig macht die Arbeit von selbst. Das Ergebnis: ein aromatisches Brot, das nicht krümelt und auch nach Tagen noch saftig ist. Nebenbei werden FODMAPs abgebaut, was das Brot besonders bekömmlich macht.

Meine 5 besten Tipps – so gelingt dein Nussbrot perfekt!
Der Teig ist sehr weich und braucht die Form als Stütze. Freischieben als Brotlaib klappt hier nicht.
- Form vorbereiten: Gut einfetten und mit Haferflocken ausstreuen. Sieht rustikal aus und das Brot löst sich besser. Alternativ kannst du Kastenform auch mit Backpapier oder Dauerbackfolie auslegen.
- Schwaden: Eine Schale Wasser in den Ofen stellen reicht nicht. Du brauchst einen richtigen Dampfstoß, der Dampf lässt das Brot noch besser aufgehen, bevor die Kruste fest wird. Hier erkläre ich dir alles über Schwaden im Haushaltsofen.
- Temperatur senken: Backe heiß an (230 °C), so bekommst du den besten Ofentrieb, und reduziere nach 10 Minuten die Hitze. So backt das Brot innen gleichmäßig durch, ohne außen zu verbrennen.
- Garprobe: Nach 50 Minuten ist das Nussbrot normalerweise durchgebacken, im Zweifel kannst du die Kerntemperatur messen, sie sollte etwa 96–98 °C betragen.
- Geduld: Mindestens 1–2 Stunden auskühlen lassen, sonst klebt die Krume sehr beim Schneiden.
Die wichtigsten Zutaten fürs Nussbrot im Überblick
Die Nüsse: Haselnüsse sind mein Klassiker. Wichtig: Röste sie vorher kurz in der Pfanne ohne Fett, bis sie duften. Der Unterschied im Aroma ist enorm!
Das Mehl: Der Mix aus Weizenvollkorn und Type 1050 macht das Brot nährstoffreich, sättigend und gibt ihm einen leicht nussigen Eigengeschmack. Beide Mehle vertragen viel Flüssigkeit – wunderbar für die saftige Krume mit guter Frischhaltung.
Buttermilch: Macht die Krume zart, gibt eine feine Säure und hält das Brot länger frisch als Wasser.
Rübensirup: Dient als Futter für Hefe oder Sauerteig während der langen Reifezeit und sorgt für ein ausgewogene Aroma. Du kannst ihn auch durch Gerstenmalzextrakt (weniger süß) oder Honig ersetzen – oder einfach weglassen.
Sauerteig oder Hefe? Du entscheidest
Mit aktivem Sauerteig: Der Sauerteig gibt eine mild aromatische Note, die gut zu den Nüssen passt. Das Brot hält sich damit noch länger frisch. Du kannst genauso gut den italienischen Weizensauerteig Lievito Madre nutzen.
Mit frischer Hefe: Mit nur 1 g frischer Hefe (ja wirklich!) funktioniert es genauso. Durch die lange Reifezeit schmeckt das Brot trotzdem wunderbar aromatisch – ideal für alle, die keinen Sauerteig haben oder ihn nicht vertragen.
Varianten für mehr Abwechslung
- Andere Nüsse: Statt Haselnüssen schmecken auch Walnüsse, Pekannüsse oder eine bunte Mischung richtig gut. Walnüsse färben das Brot übrigens leicht lila – sieht ungewöhnlich aus, schmeckt aber fantastisch!
- Mit Saaten: Du magst es noch kerniger? Dann ersetze einen Teil der Haferflocken durch Sonnenblumen- oder Kürbiskerne. Das gibt extra Biss und macht das Brot noch nahrhafter.
- Mit Trockenfrüchten: Gehackte Feigen oder Datteln passen wunderbar zu den Nüssen und geben dem Brot eine leicht süßliche Note – perfekt, wenn du es morgens gerne mit Butter und sonst nichts isst.

Häufige Fragen zum saftigen Nussbrot
Grundsätzlich ja, aber Dinkel bindet etwas weniger Wasser. Reduziere die Flüssigkeit um 20–30 g oder gib 3 g gemahlene Flohsamenschalen dazu.
In einer Brotdose 4–5 Tage. Mit Sauerteig hält es sogar bis zu einer Woche frisch. Du kannst es aber auch prima in Scheiben einfrieren.
Wenn es nachts zu kühl war (unter 18 °C) kann das passieren, gib dem Teig noch 1–2 Stunden bei Raumtemperatur oder an einem warmen Ort, bevor du backst. Mit Sauerteig, sollte die Temperatur nachts etwas wärmer sein, möglichst 22–24 °C.

Einfaches Nussbrot über Nacht – dein neues Lieblingsbrot?
Ich backe dieses Brot inzwischen regelmäßig, weil es so unkompliziert ist und trotzdem richtig was hermacht. Morgens den Duft von frisch gebackenem Nussbrot in der Küche – da startet der Tag doch gleich viel besser, oder?
Am liebsten esse ich es noch leicht warm mit gesalzener Butter. Aber auch mit Honig, Nuss-Nougat-Creme oder mit Käse ist es ein Traum!
Lust auf mehr?
- Noch ein saftiger Körner-Klassiker: Mein einfaches Dinkel-Körnerbrot – rustikal und richtig schön saftig.
- Du willst noch weniger Arbeit? Dann probier mal mein Eiweißbrot mit Quark – ohne Gehzeit und in rund einer Stunde fertig.
- Du willst es lieber richtig kernig? Dann probier das Saatenbrot ohne Mehl – es ist vollgepackt mit Nüssen und Saaten.
- Lieber etwas Softes und Süßes zum Frühstück? Meine Schokobrötchen sind der Hit bei uns, nicht nur bei den Kids.
Ich freue mich, wenn du das Nussbrot ausprobierst! Schreib mir gerne, wie es dir gelungen ist – und welche Nuss-Variante dein Favorit war.




8 Kommentare
Petra 59
Hallo Sonja,
Eine Frage zum Nussbrot vorab: Kann ich das Brot auch in einer gusseisernen Kastenform/-topf und dann mit Deckel backen? Ich bin Anfängerin und vor dem Schwaden scheue ich mich ein wenig…
Ansonsten alle Daumen hoch für deine Website. So tolle, gelingsichere Beschreibung für alles. Roggensauerteig ist im ersten Anlauf perfekt gelungen, der Lievito Madre sieht an Tag 4 des Züchtens Spitze aus und alle Brote im ersten Versuch ebenfalls super. Vielen Dank.
Liebe Grüße
Sonja
Hallo liebe Petra,
ja, wenn deine Backform groß genug ist, geht das gut.
Ich würde die Form auf jeden Fall gut einfetten und leicht bemehlen oder großzügig mit Haferflocken o. ä. ausstreuen, damit der weiche Teig nicht an der Form klebt.
Nach dem Backen das Brot aus der Form stürzen und auf einem Rost auskühlen lassen.
Lieben Dank auch für dein liebes Feedback, das freut mich wirklich sehr!
Viele Grüße
Sonja
Astrid Strelow
Das Brot ist super geworden. Das gibt es auf jeden Fall öfter. Werde es auch mal mit Trockenfrüchten probieren.
Sonja
Hallo,
das freut mich sehr – danke für die Rückmeldung! Mit Trockenfrüchten klingt super, berichte gerne, wie es geworden ist! 😊
Liebe Grüße
Sonja
Astrid Strelow
Zweite Version mit Walnuss und Datteln. Auch sehr zu empfehlen.
Sonja
Super! 😍
Robert Schoppmann
Hallo Sonja,
bei mir ist alles in “Dinkel” !
Ja, ich habe 3 Brote mit Dinkelmehl gebacken, und zwar Dinkel-Vollkorn-Mehl und Dinkel Type 1050. Und da ich Dinkelmehl verwendet habe, habe ich 30 % des Mehls in einem Brühstück mit TA 250 verarbeitet und das noch verbleibende Restwasser mit der Buttermilch im Hauptteig verarbeitet.
Die Brote sind sehr schön aus dem Ofen gekommen, der Anschnitt steht allerdings noch aus. Als Nusseinlage habe ich 1/3 Haselnüsse und 2/3 Walnüsse verwendet. Zum Backen habe ich auch eine sogenannte Pullman-Form eingesetzt. Die Teigeinlage von ca, 1.200 g passte auch hier perfekt.
Herzlichen Dank für das schöne Rezept.
Beste Grüße
Robert
Sonja
Hallo Robert,
das klingt nach einer richtig durchdachten Dinkel-Variante. 😊 Das Brühstück ist hier eine sehr gute Idee, gerade bei Dinkelvollkorn und der höheren Wassermenge. Auch die Nussmischung klingt richtig gut.
Freut mich sehr, dass die Brote so schön geworden sind. Ich drücke die Daumen, dass der Anschnitt genauso überzeugt hat!
Liebe Grüße
Sonja