Warum dieses Eiweißbrot anders ist
Es kommt ohne Mehl, ohne Hefe und ohne Eiweißpulver aus. Alle Zutaten wandern in eine Schüssel, werden verrührt und kommen in die Form. Keine Teigführung, keine Gehzeit, kein Sauerteig, den du pflegen musst.
Die Krume bleibt saftig, und das liegt am Quark. Er bringt Feuchtigkeit mit, die die Haferkleie langsam aufnimmt und wieder abgibt. Deshalb wird das Brot nicht trocken und auch nicht glibberig, wie es reine Kleie-Brote gern werden.
Es macht lange satt. Eiweiß aus Quark und Eiern trifft auf Ballaststoffe aus Haferkleie und komplexe Kohlenhydrate aus den Haferflocken. Diese Kombination hält den Blutzucker stabil, statt ihn hochzujagen und zwei Stunden später wieder abstürzen zu lassen.
Und es passt zu allem. Der Geschmack ist neutral-mild, deshalb funktioniert es mit Käse und Avocado genauso wie mit Marmelade oder Hüttenkäse.
Was ist Eiweißbrot eigentlich?
Eiweißbrot ist Brot mit deutlich erhöhtem Proteinanteil und entsprechend weniger Kohlenhydraten. Anders als beim klassischen Brot liefert nicht das Mehl die Struktur, sondern eiweißreiche Zutaten wie Quark, Eier, Saaten oder Sojaprodukte.
Der Name selbst ist nicht geschützt. “Eiweißbrot” und “Proteinbrot” sind lebensmittelrechtlich keine definierte Gattung, es gibt also keine Vorgabe, wie viel Eiweiß tatsächlich drin sein muss, damit ein Brot so heißen darf. Das erklärt, warum sich gekaufte Eiweißbrote im Proteingehalt und in den Kalorien stark unterscheiden.
Geregelt ist dagegen, was auf der Packung beworben wird. Für nährwertbezogene Angaben gilt die europäische Health-Claims-Verordnung. “Proteinquelle” darf ein Produkt nur heißen, wenn mindestens 12 Prozent des Brennwerts aus Eiweiß stammen. Für “hoher Proteingehalt” müssen es mindestens 20 Prozent sein.
Praktisch heißt das: Der große Schriftzug vorn sagt dir wenig, die Angabe auf der Nährwerttabelle schon. Wenn du wissen willst, ob ein gekauftes Eiweißbrot hält, was es verspricht, schau auf das Verhältnis von Eiweiß zu Kalorien, nicht auf den Produktnamen.

Die Zutaten für das Eiweißbrot
Du brauchst keine exotischen Zutaten und kein teures Eiweißpulver. Alles, was drin ist, steht wahrscheinlich schon in deinem Vorratsschrank. Wenn du glutenfrei backen willst, nimm zertifiziert glutenfreie Haferkleie und Haferflocken.
Magerquark, die saftige Basis
Der Quark ist Eiweißquelle und Feuchtigkeitsspender zugleich. Du musst ihn nicht abtropfen lassen, die Haferkleie nimmt die Flüssigkeit auf. Genau er ist der Grund, warum dieses Brot innen saftig bleibt.
Haferkleie, die Ballaststoffquelle
In Haferkleie steckt besonders viel Beta-Glucan, ein löslicher Ballaststoff. Er bindet Wasser, hält den Blutzuckerspiegel stabil und trägt zur Herzgesundheit bei. Für das Brot heißt das: saftige Krume und ein Sättigungsgefühl, das anhält, ohne schwer im Magen zu liegen.
Haferflocken, die Struktur
Zarte Haferflocken geben dem Brot Biss und eine leicht nussige Note. Sie lockern die Konsistenz auf, damit das Brot nicht kompakt wird, und liefern komplexe Kohlenhydrate.
Eier, Backpulver, Leinsamen und Chiasamen
Weil kein Mehl mit Klebereiweiß im Teig ist, übernehmen die Eier die Bindung. Das Backpulver lockert, ganz ohne Gehzeit. Leinsamen bringen Omega-3-Fettsäuren und Biss, Chiasamen binden zusätzlich Flüssigkeit und machen die Krume weicher. Zusammen geben sie dem Brot den Körner-Charakter.

Varianten für mehr Geschmack
Du kannst das Brot nach Belieben variieren:
- Würzig: 1 TL getrocknete Kräuter (Rosmarin, Thymian, Oregano)
- Herzhaft: 1 TL Brotgewürz (Kümmel, Fenchel, Koriander)
- Mit Crunch: Zusätzlich Sonnenblumenkerne oder Kürbiskerne unterrühren
Eiweißbrot backen: so läuft es ab
Der Ablauf ist kurz. Du gibst alle Zutaten in eine Schüssel, verrührst sie zu einer dickflüssigen Masse und füllst sie in die Kastenform. Kein Kneten, keine Gehzeit, kein Warten auf den Teig. Nach zehn Minuten steht das Brot im Ofen und braucht dort knapp eine Stunde. Achte beim Rühren nur auf die Konsistenz: Die Masse soll gleichmäßig und noch streichfähig sein, eher wie ein dicker Rührteig als wie ein fester Brotteig. Alle Mengen und Zeiten findest du in der Rezeptkarte.
Ist Eiweißbrot wirklich gesund? Die ehrliche Einordnung
Diese Frage bekomme ich häufiger als jede andere, und sie ist berechtigt. Meine Antwort als Ernährungsexpertin: Es kommt darauf an, welches.
Was steckt in gekauftem Eiweißbrot?
Viele gekaufte Eiweißbrote ersetzen Mehl durch große Mengen Saaten, Gluten-Isolate und Eiweißpulver. Der Proteingehalt steigt, aber mit dem hohen Saaten- und Fettanteil steigen oft auch die Kalorien, und zwar über das normale Mischbrot hinaus, das sie eigentlich ersetzen sollen. Wer Eiweißbrot kauft und dabei automatisch ans Abnehmen denkt, tappt genau in diese Falle.
Wie schneidet mein Rezept dagegen ab?
Bei diesem Rezept sieht die Rechnung anders aus, und du kannst das an meinen eigenen Zahlen nachvollziehen. Eine Scheibe von diesem Eiweißbrot hat rund 88 kcal, 12,5 g Kohlenhydrate und 6,7 g Eiweiß. Eine Scheibe von meinem Mischbrot mit Sauerteig kommt auf rund 112 kcal, 22,6 g Kohlenhydrate und 3,2 g Eiweiß. Also weniger Kalorien, etwa halb so viele Kohlenhydrate und mehr als doppelt so viel Eiweiß. Das liegt daran, dass Quark und Eier das Protein liefern und nicht Fett-Träger wie große Saatenmengen.
Hilft Eiweißbrot beim Abnehmen?
Nicht von allein. Eiweiß und Ballaststoffe sättigen länger, das kann beim Abnehmen helfen, weil du insgesamt weniger isst und seltener Heißhunger bekommst. Aber Eiweißbrot ist kein Selbstläufer. Entscheidend bleibt, was du über den Tag insgesamt isst. Wenn du abends bewusst Kohlenhydrate reduzieren willst, ist eine Scheibe davon eine gute Wahl. Wenn du dagegen mehr isst, weil “gesund” draufsteht, bringt es nichts.
Was ist besser, Eiweißbrot oder Vollkornbrot?
Für die meisten Menschen an den meisten Tagen: das Vollkornbrot. Es liefert komplexe Kohlenhydrate, B-Vitamine und Ballaststoffe und ist die bessere Energiequelle für einen normalen Alltag. Eiweißbrot spielt seine Stärke aus, wenn du gezielt mehr Protein möchtest, etwa nach dem Sport, oder wenn du abends Kohlenhydrate sparen willst. Es ist eine Ergänzung im Brotkorb, kein Ersatz für alles andere.
Ist dieses Eiweißbrot Low Carb und bei Keto erlaubt?
Mit rund 12,5 g Kohlenhydraten pro Scheibe ist es deutlich kohlenhydratärmer als klassisches Brot und passt gut in eine Low-Carb-Ernährung. Für strenges Keto ist es dagegen nicht gedacht, dafür bringen Haferkleie und Haferflocken zu viele Kohlenhydrate mit. Das ist Absicht: Genau sie machen das Brot sättigend und bekömmlich, statt gummiartig.

Meine Tipps für dein Eiweißbrot
Backpapier ist Pflicht. Eiweißbrote kleben stark an der Form. Ohne Backpapier bekommst du das Brot kaum heraus, ohne es zu beschädigen.
Nimm eine feste Form, keine Silikonform. Direkt nach dem Backen ist dieses Brot noch sehr weich und braucht Halt von außen. In einer Silikonform gibt die Wand beim Abkühlen nach, das Brot sackt seitlich ein und wirkt danach dichter, fast gummiartig. In einer festen Kastenform aus Metall oder Keramik bleibt es dagegen in Form. Auf diese Ursache hat mich eine Leserin gebracht, die dem Problem über mehrere Backversuche selbst auf die Spur gekommen ist.
Mach die Stäbchenprobe. Der Teig ist sehr feucht, deshalb ist die Probe hier wichtiger als die Uhr. Nach 50 Minuten mit einem Holzstäbchen in die Mitte stechen. Es darf noch leicht feucht sein, das ist bei Quarkbrot normal, aber es sollte kein flüssiger Teig mehr kleben. Wenn doch, backe 5 bis 10 Minuten länger.
Oben zu dunkel, innen noch nicht durch? Deck das Brot locker mit Alufolie ab und backe es fertig. Alternativ reduzierst du die Temperatur auf 160 Grad Ober-Unter-Hitze.
Lass es vollständig auskühlen. Direkt aus dem Ofen ist das Brot noch sehr weich und lässt sich kaum schneiden. Ausgekühlt wird es fester und du bekommst saubere Scheiben. Am besten schneidest du es erst am nächsten Tag an.

Wenn du Skyr nehmen willst
Du kannst den Magerquark durch Skyr ersetzen. Skyr bringt mehr Feuchtigkeit mit und hat eine flüssigere Struktur, dadurch wird der Teig weicher. Damit das Brot nach dem Backen nicht zusammenfällt, erhöhe die Haferkleie um 10 bis 20 g und gib dem Brot 5 bis 10 Minuten mehr Zeit im Ofen.

Eiweißbrot aufbewahren und einfrieren
Wie lagere ich das Eiweißbrot?
Anders als Sauerteig- oder Hefebrot gehört dieses Quark-Eiweißbrot in den Kühlschrank. Durch den hohen Eiweiß- und Feuchtigkeitsanteil schimmelt es im Brotkasten deutlich schneller. Luftdicht verpackt oder in einer Frischhaltedose hält es sich im Kühlschrank 3 bis 4 Tage.
Kann ich das Eiweißbrot einfrieren?
Ja, das funktioniert sehr gut. Schneide das Brot in Scheiben und friere sie einzeln ein, am besten mit Backpapier dazwischen, damit sie nicht zusammenkleben. So nimmst du dir morgens genau eine Scheibe aus dem Gefrierfach und toastest sie direkt auf.
Kann ich das Eiweißbrot toasten?
Ja, und das ist meine liebste Art, es zu essen. Aufgetoastet wird die Scheibe außen knusprig und schmeckt wie frisch gebacken. Besonders aus dem Kühlschrank oder dem Gefrierfach lohnt sich das.
Häufige Fragen zum Eiweißbrot
Keiner. Beide Begriffe meinen dasselbe, nämlich Brot mit erhöhtem Eiweißanteil. Proteinbrot ist einfach das modernere Wort dafür.
Dafür gibt es zwei häufige Gründe. Entweder war zu wenig Haferkleie im Teig, dann erhöhe die Menge auf 220 g. Oder das Brot war zu kurz im Ofen. Mach die Stäbchenprobe und backe lieber 5 bis 10 Minuten länger, wenn noch flüssiger Teig kleben bleibt. Ein dritter Grund kann die Backform sein. In einer Silikonform gibt die Wand beim Abkühlen nach, dadurch sackt das Brot seitlich ein und wird dichter. Nimm eine feste Kastenform aus Metall oder Keramik und lass das Brot 20 Minuten darin abkühlen, bevor du es herausnimmst.
Die Haferkleie ist das Herzstück dieses Rezepts, sie macht es ballaststoffreich und sättigend. Du kannst sie durch Weizenkleie ersetzen, die schmeckt kräftiger. Durch normales Mehl kannst du sie nicht ersetzen, dann wird es ein anderes Brot.
Tauschen kannst du sie nicht, denn die beiden machen völlig verschiedene Dinge. Die Haferkleie gibt dem Brot Masse und Biss, Flohsamenschalen binden dagegen ein Vielfaches ihres Gewichts an Flüssigkeit. Würdest du 200 g Kleie durch 200 g Flohsamenschalen ersetzen, bekämst du keinen Teig, sondern einen festen Klumpen.
Wenn du sie aus Verdauungsgründen ergänzen möchtest, geht das aber: Lass das Rezept wie es ist und gib etwa einen gehäuften Esslöffel dazu, also ungefähr 10 g, dazu rund 100 ml mehr Flüssigkeit. Lass die Masse dann 10 Minuten quellen, bevor sie in die Form kommt, und plane im Zweifel ein paar Minuten mehr Backzeit ein.
Ja, durch Skyr oder Hüttenkäse. Der Geschmack verändert sich leicht, saftig bleibt das Brot trotzdem. Für Skyr beachte den Tipp weiter oben.
Ja. Verwende zertifiziert glutenfreie Haferkleie und Haferflocken. Hafer ist von Natur aus glutenfrei, wird aber oft in Betrieben verarbeitet, in denen auch glutenhaltiges Getreide gemahlen wird. Achte deshalb auf die Kennzeichnung.
Zu beidem. Es schmeckt neutral-mild und funktioniert mit Käse, Wurst und Avocado genauso wie mit Marmelade oder Honig.
Lust auf mehr?
Dieses Eiweißbrot ist bei mir das Brot für den Alltag geworden, morgens wie abends. Es ist saftig, hat Biss und macht lange satt, ohne schwer zu liegen. Und es eignet sich gut fürs Meal Prep: Back es am Sonntag, schneide es auf, und du hast die ganze Woche eine Scheibe griffbereit, aus dem Kühlschrank oder frisch getoastet aus dem Gefrierfach.
- Lieber in Brötchenform: Schnelle Eiweißbrötchen mit Quark, genauso saftig und in 25 Minuten fertig.
- Ohne Quark, mit mehr Crunch: Saatenbrot ohne Mehl.
- Lieber klassisch: Mein einfacher Dinkel-Saatling.








10 Kommentare
Rabea
Hallöchen
Ich muß sagen ich war skeptisch! Zum einen weil ich gerne mit Sauerteig und wenig Hefe backe und zum anderen, weil ich mir diese 5 Eier nicht in einem Brot vorstellen konnte. Und auch kein Backpulver!
Da mein pubertierender Sohn aber extrem auf seinen Proteinhaushalt achtet, habe ich es heute versucht. Ich muß tatsächlich sagen: es ist oberlecker, sowas von schnell gemacht und saftig! Das habe ich nicht erwartet und danke dir vielmals für dieses sättigende Rezept!
Als Nächstes teste ich die Proteinbrötchen!
Liebe Grüße und Dankeschön
Sonja
Hallo Rabea,
das kann ich so gut nachvollziehen, mir ging es genauso! Ich backe eigentlich auch viel lieber mit Sauerteig und langer Teigführung, und 5 Eier plus Backpulver in einem Brot war auch für mich erstmal ungewohnt. 😄
Ich hab’s für meine Mama gebacken und weil sich so viele Leser ein einfaches Eiweißbrot-Rezept gewünscht haben. Und ich muss zugeben: Es hat mich tatsächlich auch positiv überrascht!
Freut mich sehr, dass es bei euch so gut ankam. Viel Spaß mit den Proteinbrötchen!
Liebe Grüße
Sonja
Tracy
Ich habs für eine bessere Verdauung und für mehr Proteine ausprobiert. Bin super begeister!!! Mag es am Liebsten mit Skyr. Es ist zudem nicht nur sehr lecker sondern auch saftig, ich werd es demnächst mit Brotgewürz testen.
Nur habe ich das Problem, dass es nach dem Backen immer in sich zusammen fällt und keine Form hält. Ich mache es aber wie angegeben, aus dem Ofen, 10 Min abkühlen bevor ich es aus der Form nehme. Mache ich etwas falsch?
Sonja
Hallo!
Vielen Dank für dein liebes Feedback, das freut mich sehr! 😊
Zu deiner Frage: Wenn du Skyr statt Magerquark verwendest, kann das schon ein Grund fürs Einsinken sein. Skyr ist oft etwas feuchter und anders in der Bindung als fester Magerquark, dadurch wird der Teig weicher und das Brot hält die Form schlechter.
Zusätzlich helfen zwei Dinge: Lass das Brot ruhig 5–10 Minuten länger im Ofen und mach die Stäbchenprobe in der Mitte. Und nimm es nicht schon nach 10 Minuten aus der Form, sondern lass es eher 20 Minuten in der Kastenform abkühlen. So bekommt die Krume Zeit, sich zu festigen, bevor sie das Eigengewicht tragen muss.
Falls du wieder Skyr nehmen möchtest, kannst du auch 10–20 g mehr Haferkleie zugeben, um die zusätzliche Feuchtigkeit zu binden.
Berichte gerne, wie es beim nächsten Mal klappt, vor allem mit dem Brotgewürz!
Liebe Grüße
Sonja
Tracy
Liebe Sonja,
Vielen Dank für dein Feedback, es hat mir sehr geholfen 🙂
Ich habe herausgefunden, dass das Brot so ineinander fällt, weil ich eine Silikonform benutzt habe. Diese ist nicht stabil genug um das Brot nach dem Backen in Form zu halten.
Jetzt habe ich eine normale Backform und es sieht aus wie normales Brot. Zudem schmeckt es jetzt auch so!!! Schön fluffig und kein Gummi mehr.
Zudem habe ich deine Ratschläge wegen dem Skyr befolgt und auch da ist es einfach nur gelungen.
Das Brotgewürz ist das Tüpfelchen auf dem i 🙂
Wir sind sehr begeistert, da es nun einfach super lecker und fluffig schmeckt. Vielen Dank! 🙂
Sonja
Hallo!
Das freut mich riesig, danke für die tolle Rückmeldung! 😊
Und was für eine spannende Fehlersuche, dass eine Silikonform bei diesem Brot so einen Unterschied macht, ist wirklich interessant. Gut zu wissen für alle, die dasselbe Problem haben!
Schön, dass jetzt alles passt, mit der richtigen Form, dem Skyr und dem Brotgewürz.
Liebe Grüße
Sonja
Erdmuthe
Hallo liebe Sonja,
ich möchte das Brot gerne ausprobieren, weil mein Mann große Probleme mit der Verdauung hat.
nun meine Fage – kann ich die Haferkleie auch durch Flohsamenschalen ersetzen – und wenn ja wieviel kann man da nehmen da diese ja stark aufquellen. ?
Liebe Grüße
Erdmuthe
Sonja
Liebe Erdmuthe,
das kann ich dir direkt sagen: Ein Eins-zu-eins-Tausch geht hier leider nicht. Haferkleie und Flohsamenschalen machen zwei verschiedene Dinge. Die Kleie gibt dem Brot Masse und Biss, die Flohsamenschalen quellen dagegen sehr stark und binden ein Vielfaches ihres Gewichts an Flüssigkeit. Würdest du die 200 g Kleie durch 200 g Flohsamenschalen ersetzen, bekämst du keinen Teig, sondern einen festen Gummiklumpen.
Die gute Nachricht: Für die Verdauung musst du gar nicht tauschen. Dieses Brot ist mit Haferkleie, Leinsamen und Chiasamen ohnehin schon sehr ballaststoffreich und magenfreundlich. Wenn du deinem Mann gezielt die Flohsamenschalen dazugeben möchtest, würde ich das Rezept so lassen und nur etwa einen gehäuften Esslöffel (ungefähr 10 g) ergänzen, dazu einen guten Schluck mehr Flüssigkeit, also grob 100 ml Wasser oder Milch. Lass die Masse dann zehn Minuten quellen, bevor sie in die Form kommt, und plane im Zweifel ein paar Minuten mehr Backzeit ein.
Zwei Dinge noch, ganz ehrlich: Genau diese Variante habe ich selbst noch nicht gebacken, taste dich also lieber vorsichtig heran und fang mit der kleinen Menge an. Und Flohsamenschalen helfen der Verdauung nur, wenn man genug dazu trinkt. Sonst kippt der Effekt ins Gegenteil.
Oder führt die Haferkleie erfahrungsgemäß selbst zu Problemen?
Berichte mir gern, wie es geworden ist, das interessiert mich wirklich.
Liebe Grüße
Sonja
Cati
Ich bin heute auf dieses Rezept gestoßen und würde es gerne mal testen. Allerdings bin ich ein Fan von kernigen Haferflocken. Kann ich die auch verwenden und dann 1:1 ersetzen?
Sonja
Hallo!
Das Rezept ist auf blütenzarte Haferflocken ausgelegt, weil sie die Feuchtigkeit schneller aufnehmen und die Krume gleichmäßiger wird. Kernige Haferflocken funktionieren grundsätzlich auch, ich sehe da auch kein Problem.
Sie bleiben etwas bissfester und geben dem Brot eine rustikalere Konsistenz. Ich habe diese Variante selbst noch nicht getestet, berichte gerne, wie es geworden ist!
Liebe Grüße
Sonja