Roggen-Dinkel-Brot mit Sauerteig: Das macht es besonders
Dieses Mischbrot vereint zwei Getreide mit unterschiedlichen Stärken. Roggen bringt ein rustikales, leicht malziges Aroma und sorgt für lange Frischhaltung. Dinkel macht die Krume saftig und weich. Mit Sauerteig gebacken wird es besonders bekömmlich und aromatisch, auch die Frischhaltung verbessert sich deutlich.
Das Schöne: Du musst nur wenige kurze Arbeitsschritte erledigen, der Teig übernimmt den Rest. Ob freigeschoben mit Ober- und Unterhitze oder im Topf gebacken: Mit ausreichender Hitze und etwas Dampf bekommst du eine rustikale, knusprige Kruste.
Das Roggen-Dinkel-Sauerteigbrot ist ideal für ein entspanntes Backen am Wochenende, aber durchaus auch alltagstauglich: wenn du morgens vor der Arbeit den Sauerteig ansetzt, kannst du noch abends dein Brot in den Ofen schieben und hast dein Brot für den nächsten Tag schon fertig!

Welche Zutaten du fürs Roggen-Dinkel-Sauerteigbrot wirklich brauchst
Du brauchst vor allem Roggenmehl, Dinkelmehl, Wasser und Salz. Und ganz wichtig: einen Sauerteigstarter. Ein aktiver Sauerteig bringt zuverlässig Ofentrieb, eine saftige Krume mit guter Frischhaltung und ein rundes Aroma. Mit Fertigsauerteig funktioniert das Rezept nicht, da dieser nur als Aromageber dient und keine Triebkraft hat.
Nach Belieben kannst du zwei kleine Helfer einsetzen
Gemahlene Flohsamenschalen binden Wasser und geben dem Dinkelteig Halt und halten die Krume länger saftig.
Und Vitamin C (z. B. in Form von Acerola oder Orangensaft), das stabilisiert den Teig mit Dinkelanteil. Nach Geschmack runden etwas Rübensirup und ein bisschen Brotgewürz das Aroma ab.
➔ Wie sich der Dinkelanteil im Teig genau auswirkt und warum Flohsamenschalen hier so wertvoll sind, erkläre ich im Wissens-Guide Dinkelbrot backen.
Sauerteig fürs Roggen-Dinkelmischbrot vorbereiten
Nach der Auffrischung reift dein Roggensauerteig über Nacht, ca. 8 bis 12 Stunden bei Raumtemperatur (ideal sind ca. 22 bis 24 °C). Am Morgen ist er backbereit, wenn er sich verdoppelt bis verdreifacht hat, die Oberfläche leicht gewölbt ist und er angenehm mild-säuerlich riecht.
Dann ist er am Peak und es ist der ideale Zeitpunkt, um damit einen Brotteig anzusetzen. Ist die Oberfläche schon eingesackt, ist er schon etwas zu reif: Du kannst noch damit backen, das nächste Mal dann aber lieber etwas früher verwenden.
Wichtig ist: nicht die Uhr entscheidet, sondern die Reifezeichen. In einer kühleren Küche kann die Reifezeit auch länger (z. B. 10 bis 14 Stunden) dauern, in einer wärmeren Küche auch schneller (z. B. 6 bis 8 Stunden) gehen.

Roggen-Dinkel-Sauerteigbrot, so geht’s Schritt für Schritt
1) Sauerteig auffrischen und reifen lassen: Abends auffrischen, über Nacht bei Raumtemperatur reifen lassen und am Peak verwenden (Details siehe oben).
2) Mischen und kurze Stockgare: Das Dinkelmehl mischst du mit dem Wasser und den gemahlenen Flohsamenschalen und lässt es kurz quellen. Dann nur noch den Teig 5 bis 8 Minuten mischen. Er soll weich, aber noch formbar sein, dann ist er genau richtig. Wird er dir etwas zu weich, keine Sorge, der Teig zieht noch ein wenig während der ersten Teigruhe an. Diese dauert ca. 2 Stunden bei gemütlichen 22 bis 24 °C (lieber 24 als 22 °C, vor allem wenn du keine Hefe zugibst). Hier ist kein Dehnen und Falten nötig: Bei roggenbetonten Teigen kommt die Struktur weniger vom Gluten, sondern aus den roggenrelevanten Bestandteilen. Ruhe und etwas Wärme genügen hier völlig.
3) Formen und Stückgare: Forme den Teig sanft zu einem runden Laib und leg ihn ins gut bemehlte Gärkörbchen. Für die zweite Teigruhe (Stückgare) gibst du ihm weitere 2 bis 2,5 Stunden bei 22 bis 24 °C. Eine nicht zu kühle Raumtemperatur ist wichtig, wenn du wie ich keine Hefe an den Teig gibst. Tut sich nichts, stelle dein Gärkörbchen ruhig etwas wärmer, zum Beispiel 25 bis 26 °C.
Wichtig bei roggenbetonten Teigen: Nicht nach der Fingerprobe beurteilen, sondern nach der Volumenzunahme. Etwa 60 bis 70 % darf dein Teigling an Volumen zulegen, er sollte eine glatte, leicht gespannte Oberfläche haben, mit feiner Rissbildung. Dann hat der Teig noch genug Power für den Ofentrieb.
4) Backen: Den Backofen sehr gut vorheizen (250 °C Ober- und Unterhitze). Dann den Teigling aus dem Gärkörbchen stürzen, in den Ofen geben (einschießen) und nur wenig schwaden. Nach 10 Minuten kannst du den Dampf ablassen und die Temperatur auf ca. 210 °C reduzieren, insgesamt beträgt die Backzeit ca. 50 Minuten. So bekommst du die Kombi aus knuspriger Kruste und saftiger, aromatischer Krume.
Du kannst das Brot auch wunderbar im Topf backen, das ist super einfach, weil du nur den Gusstopf vorheizen musst und das Schwaden entfällt. Diese Methode ist deshalb auch ideal für Anfänger geeignet.

Mein Tipp
Halte die Teigtemperatur möglichst konstant, so wird die Reife planbar. Ist deine Küche kühler, gönn dem Teig einfach etwas mehr Zeit. Und keine Sorge, wenn sich der Teig weicher anfühlt: Genau das macht dein Roggen-Dinkel-Brot später so schön saftig.

Dichte Krume, flacher Laib? Häufige Fehler und ihre Lösungen
Dichte Krume
Ursache: Teig zu fest geführt oder zu kurz gereift (Stock-/Stückgare).
Lösung: Beim nächsten Mal etwas weicher mischen und der Stockgare zusätzlich 10–20 Min. geben und/oder etwas wärmer stellen. Die Stückgare nach Volumen beurteilen (Ziel: ca. 60–70 % Zunahme) und nicht nach dem Fingertest.
Flacher Laib
Ursache: Häufig Übergare in der Stückgare oder zu wenig Spannung beim Formen, manchmal auch zu warm geführt.
Lösung: Sanft, aber mit Spannung formen. Bei der Stückgare auf die Volumenzunahme achten (ca. 60–70 % Zuwachs, Oberfläche glatt/leicht gespannt). Bei sehr warmer Umgebung früher backen.
Blasse, dicke Kruste
Ursache: Ofen bzw. Backstahl nicht heiß genug oder zu wenig/zu kurzer Dampf.
Lösung: Backstahl/-stein 40–60 Min. auf 250 °C Ober-/Unterhitze vorheizen (Temperatur am besten nachmessen). Zu Beginn wenig schwaden (moderater Dampfstoß), nach 10 Min. ablassen und auf etwa 210 °C fallend backen, dann wird die Kruste schön knusprig und nicht zu dick.
Seitlicher Riss / unkontrolliertes Aufreißen
Ursache: Schluss nicht geschlossen, Haut angetrocknet oder Einschnitt zu flach/zu kurz.
Lösung: Schluss beim Formen sauber schließen, Teigling im Körbchen abdecken, direkt vor dem Backen 1–2 längere Längsschnitte setzen.

Richtig aufbewahren und einfrieren: So bleibt dein Brot frisch
Am Backtag das Brot vollständig auskühlen lassen. Danach in einem Leinentuch oder einer Papiertüte lagern (nicht in Plastik oder im Kühlschrank), so bleibt die Kruste länger knusprig.
Einfrieren: Scheiben oder halbe Laibe luftdicht verpacken, am besten in einem Gefrierbeutel.
Aufknuspern: Im Backofen 200 bis 220 °C für 8 bis 10 Minuten, einzelne Scheiben bei Raumtemperatur auftauen lassen oder kurz toasten.
Häufige Fragen
Lieber weicher als zu fest. Ein bisschen Klebrigkeit ist normal, das sorgt für saftige Krume.
Nur wenn der Starter sehr jung ist, nicht gut in Form oder die Küche sehr kühl. Dann hilft 0,5 bis 1 g Frischhefe als Anschub.
Beides klappt. Im Topf ist es einfacher (hält Dampf), freigeschoben kannst du auch mehr als ein Brot gleichzeitig backen, musst aber zum Beispiel einen Backstahl gut vorheizen und etwas Schwaden.
Kerntemperatur 96 bis 98 °C (optional messen mit einem Einstich-Thermometer) oder hohler Klang beim Klopfen auf der Unterseite. Danach vollständig auskühlen lassen, bevor du es anschneidest.
Bei roggenbetonten Broten 2 bis 3 Stunden oder besser noch länger.
Österreich: Dinkel zu Dinkel W700, Roggen zu R960.
Schweiz: Dinkel zu Dinkelmehl hell, Roggen zu Roggenmehl mittel.
Wassermenge ggf. anpassen.
Hier findest du meinen Guide Mehlsorten austauschen.
Eine Schüssel mit gut bemehltem Geschirrtuch klappt super. Wichtig: gut bemehlen und abdecken, damit die Teighaut nicht austrocknet.

Weitere Brote, Wissen und Themenwelten
- Dinkel Sauerteigbrot
- Reines Roggenbrot mit Sauerteig
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- Dinkel-Körnerbrot mit Sauerteig oder Hefe
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- Sauerteig-Grundlagen: Brot backen mit Sauerteig
- Dinkel-Backen: Dinkelbrot backen
- Mehlumrechnung: Mehlsorten austauschen
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10 Kommentare
Hilde
Vielen Dank für das tolle Rezept. Ich habe die doppelte Menge gemacht und eins im Kasten und eins frei gebacken.
Sonja
Liebe Hilde,
deine Brote sehen ja super aus! Vielen Dank für dein Bild!
Liebe grüße
Sonja
Enny
Ich möchte das Rezept gleich ausprobieren und frage mich wie viel Gramm Sauerteig denn ins Brot sollen?
Sonja
Hallo,
der gesamte Sauerteig kommt in den Teig.
LG Sonja
Tine
Vielen Dank für das schöne Rezept!
Ich habe eine Frage:
Ich decke meinen Teig während der Stückgare in der Regel mit einer Plastikhaube ab.
Ich backe am liebsten im Gußeisentopf und da am Ende der Gehzeit der Teig oft an der Haube klebte, war es schwierig ihn dann ohne Ausreißer der Oberfläche in den Topf zu bekommen.
Kann ich nicht das Backpapier schon während der Stückgare auf die Schüssel legen und darüber ein Tuch?
So könnte ich den Teig gleich mit dem Backpapier in den vorgeheizten Topf stürzen und das Tuch bliebe nicht kleben?
LG Tine
Sonja
Liebe Tine,
schöne Frage, und dein Instinkt geht in die richtige Richtung. Das Backpapier als Transferhilfe zu nutzen, ist genau der Weg. Ich würde es nur andersherum machen als du es beschreibst. Leg das Papier nicht oben auf den Teig, denn da kann der klebrige Roggen-Dinkel-Teig genauso anhaften wie an der Haube. Leg es stattdessen in die Schüssel hinein, sodass es die Form auskleidet, und setz deinen geformten Laib darauf. So gart er auf dem Papier, und am Ende hebst du ihn einfach an den Papierrändern heraus und direkt in den heißen Topf. Kein Stürzen mehr, nichts reißt ein.
Der eigentliche Grund fürs Kleben ist übrigens, dass die Haube die Teigoberfläche berührt. Deck den Teig deshalb lieber mit einem Tuch ab oder stülp eine größere Schüssel darüber, die genug Abstand lässt und die Oberfläche gar nicht erst antippt. Dann trocknet nichts aus und trotzdem klebt nichts.
Weil du bei dieser Methode nicht mehr stürzt, liegt die glatte Seite oben. Setz vor dem Backen einfach oben ein bis zwei Längsschnitte, die übernehmen dann die Führung für den Ausbund. Ein kleiner Kompromiss bleibt: Das Papier wirft ein paar Falten im Teig. Aber das ist eine heile, glatte Oberfläche allemal wert.
Liebe Grüße
Sonja
Lia
Vielen Dank für das tolle Rezept und die sehr hilfreiche Beschreibung! War kurz davor den Sauerteig aufzugeben- dank dem Rezept das beste Brot bekommen und dank deiner Tipps auf der Seite wieder einen aktiven Sauerteig.
Sonja
Hallo,
das freut mich wirklich riesig! Vielen Dank für deine schönes Feedback und ganz viel Freude weiterhin mit deinem Sauerteig.
Liebe Grüße
Sonja
SeP
Hallo, kann man dieses Rezept auch mit Dinkel- und Roggenvollkornmehl machen?
Sonja
Hallo,
ja das kannst du machen.
Der Teig benötigt dann auf jeden Fall etwas mehr Flüssigkeit und reift eventuell etwas schneller durch die höhere Enzymatik.
LG Sonja