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Reines Roggenbrot mit Sauerteig: einfach, saftig und aromatisch

Sauerteig für Roggenbrot: So wird dein Roggen-Sauerteigbrot aromatisch und locker

Roggen tickt anders als Weizen: Du musst ihn nicht kneten, brauchst aber einen aktiven Starter mit ausreichend Säure und einen Blick für Reife. Mit einem aktiven Starter, genug Reifezeit und einer aufmerksam beobachteten Stückgare entsteht ein Roggenvollkornbrot mit Sauerteig, das innen saftig ist und außen eine kräftige Kruste hat, ganz ohne Hefe und ohne Schnickschnack. Ich zeige dir Schritt für Schritt, worauf du dabei achten musst.

Roggen baut seine Teigstabilität mit ausreichend Säure auf. Genau deshalb arbeiten wir bei diesem Sauerteig-Roggenbrot mit einem fitten Roggensauerteig. Die lange Teigführung betrifft nur den Sauerteig über Nacht, der Hauptteig wird frisch angerührt, darf etwas quellen, geht dann in der Form und wird schon nach wenigen Stunden gebacken. Mit diesen wenigen, einfachen Schritten bekommst du ein Sauerteigbrot aus Roggen, das viele Tage saftig bleibt.

Reines Roggenbrot mit Sauerteig auf einem rustikalen Holzbrett.

Die 3 goldenen Regeln gegen eine klitschige Roggenkrume

1) Genug Versäuerung – der wichtigste Schutz
Roggenteig wird erst stabil, wenn der Starter die Amylase-Enzyme bremst. Dafür braucht es ausreichend Säure. Der Sauerteig senkt den pH-Wert und blockiert dadurch die Enzyme. Als Faustwert gilt: Bei reinem Roggenbrot sollte etwa 40–50 % des Roggenmehls über den Roggensauerteig geführt werden, das ist besonders wichtig bei Roggenvollkornbrot, weil Vollkornmehl naturbedingt enzymreicher ist. So wird dein Brot saftig, aber nicht schmierig.

2) Warm & zügig statt lange kalt
Ein hoher Roggenanteil braucht wärmere Teigführungen. Lange kalte Reifezeiten, insbesondere im Kühlschrank, erhöhen stark das Risiko für Übersäuerung und eine „klitschige“ Krume. Besser: Erst den Starter richtig in Form bringen, dann den Hauptteig mischen und die Stückgare über Volumen und bemehlte Risse beurteilen, anschließend backen.

3) Durchbacken gibt Sicherheit
Für eine stabil gesetzte Krume backst du reines Roggenbrot bis etwa 98 °C Kerntemperatur. Damit ist die Stärke vollständig verkleistert und die Enzyme sind inaktiv. Ein kurzer Check mit dem Einstichthermometer verhindert zu kurzes Backen. Danach vollständig auskühlen lassen und erst am nächsten Tag anschneiden, so verteilt sich die Feuchtigkeit gleichmäßig, das Aroma entfaltet sich richtig, und die Scheiben werden sauber statt schmierig-klebrig.

Reines Roggenbrot mit Sauerteig aufgeschnitten auf einem rustikalen Holzbrett.
Rezept

Reines Roggenbrot mit Sauerteig

Brotglück für zu Hause: Rustikal, ehrlich, gut. Mein Roggenbrot mit Sauerteig ist mild im Aroma, hat eine kräftige Kruste und eine saftige Krume. Es schmeckt Tage später noch frisch!
5,0 (3 Bewertungen)
Aktivzeit25 Min
Backzeit1 Std
Gesamt14 Std
Portionen 20 Scheiben (1 Kastenbrot)

Zutaten

Sauerteig für Roggenbrot (über Nacht)
Hauptteig
  • reifer Sauerteig siehe oben
  • 300 g warmes Wasser
  • 10 g Rübensirup oder Gerstenmalzextrakt optional
  • 250 g Roggenvollkornmehl
  • 100 g Roggenmehl Type 1150 oder Roggenvollkornmehl
  • 3 g Brotgewürz optional
  • 15 g Salz

Zubehör

  • 1 1-kg-Brotbackform (23 × 11 × 9,5 cm)

Zubereitung

Sauerteig ansetzen
  1. Wasser, Anstellgut und Mehl gründlich verrühren.
    8–12 Stunden bei 22–24 °C reifen lassen, bis der Sauerteig sich deutlich verdoppelt hat, mit vielen Bläschen durchzogen ist und angenehm joghurtartig riecht
    255 g Roggenvollkornmehl, 255 g Wasser, 25 g aktiver Sauerteigstarter (Roggen)
Hauptteig mischen
  1. Den reifen Sauerteig mit den restlichen Zutaten etwa 5–8 Minuten mischen (Roggen wird nicht intensiv geknetet).
    30–40 Minuten abgedeckt ruhen lassen.
    reifer Sauerteig , 250 g Roggenvollkornmehl, 100 g Roggenmehl Type 1150, 300 g warmes Wasser, 10 g Rübensirup oder Gerstenmalzextrakt, 3 g Brotgewürz, 15 g Salz
Formen & Stückgare
  1. Den Teig in eine gut gefettete Kastenform geben, mit einem nassen Teigschaber glattstreichen und mit hellem Roggenmehl bestäuben (z. B. Type 610).
  2. Danach 2–4 Stunden bei 22–24 °C reifen lassen.
    Zunächst abdecken und nach 1 Stunde die Oberfläche unbedeckt lassen, so entstehen die typischen „Marmorierungsrisse“.
    Backreife: deutliche Volumenzunahme, an der bemehlten Oberfläche zeigen sich 0,8–1 cm breite Risse.
Backen
  1. Den Backofen rechtzeitig zusammen mit einem Backstahl, Backstein oder Backblech auf 240 °C vorheizen.
    Die Form einschieben, nach 2 Minuten wenig Schwaden (Dampfstoß) und insgesamt 55–60 Minuten backen.
    Die Temperatur nach 10 Minuten auf 210 °C reduzieren und den Dampf durch Öffnen der Backofentür ablassen.
  2. Das Roggenbrot nach dem Backen sofort aus der Form nehmen und auf einem Gitter vollständig auskühlen lassen.
    Erst am nächsten Tag anschneiden.
Hinweis
Mein Zeitplan (Beispiel)
Tag 1
  • 21:00: Sauerteig ansetzen
Tag 2
  • 08:00: Hauptteig mischen, 30–40 Min. ruhen lassen
  • 08:45: in die Form, Stückgare 2–4 Std. (nach 1 Std. unbedeckt)
  • 11:30–12:30: backen (55–60 Min., 240 auf 210 °C reduzieren)
Tag 3 
  • anschneiden und genießen
Nährwerte pro Scheibe: ~107 kcal #roggenmehl #roggenmehltype1150 #roggensauerteig #roggenvollkornmehl #sauerteig #sauerteiganstellgut

Sauerteig-Roggenbrot: so steuerst du Reife, Kruste und Aroma

Reifezeichen bei einem reinem Roggenbrot sicher lesen

Bei reinem Roggen sagt dir nicht der Fingertest, sondern die Volumenzunahme und Oberfläche, wann es soweit ist. Wenn dein Laib in der Kastenform sichtbar Volumen aufgebaut hat und sich in der bemehlten Decke feine, längliche Risse zeigen, bist du auf dem richtigen Weg. Werden die Risse gleichmäßiger und breiter (0,8–1 cm), ist Zeit zum Backen. Der Geruch hilft zusätzlich: angenehm milchsaurer Duft, nicht spitz oder alkoholisch.

Reines Roggenbrot mit Sauerteig – Kruste, Marmorierung & Saftigkeit

Die typische Marmorierung entsteht, weil die Oberfläche leicht antrocknen darf. Bestäube sie nach dem Einfüllen in die Kastenform dünn mit Roggenmehl und nimm die Abdeckung rechtzeitig weg – so zeigt die Oberfläche schnell die roggentypischen Risse. Für eine stabile Krume braucht Roggenbrot ausreichend Backzeit: Zieh die Zeit durch, und wenn du unsicher bist, messe die Kerntemperatur mit einem Einstichthermometer (sie sollte zum Schluss bei 98 °C liegen). Löse das Brot zum Schluss aus der Kastenform und lass es noch ein paar Minuten ohne Form im Backofen. Das nimmt Restfeuchte aus der Kruste und macht sie extra knusprig.

Sauerteig für Roggenbrot in Topform – was tun, wenn der Trieb schwächelt

Träger Ofentrieb liegt fast immer am schwachen Anstellgut. Füttere es mindestens einmal warm (ca. 26–28 °C, z. B. 1:2:2 oder 1:3:3), warte seinen Peak ab und setze dann den Sauerteig an. Am Peak ist er noch leicht gewölbt, zeigt viele feine Bläschen und hat einen angenehm milchsauren Duft. Schau gern auch mal bei meinem Guide „Sauerteig füttern“ vorbei. Wichtig: In kühleren Küchen verlängert sich die Reifezeit für dein Brot, entscheide nach Reifezeichen, nicht nach vorgegebenen Zeiten. Schiebe es erst in den Ofen, wenn es soweit ist.

Lange Sauerteigführung über Nacht – milde Säure, volles Aroma

Die lange Sauerteigführung über viele Stunden mit wenig Anstellgut bringt ein komplexes Aroma und ausreichend Säure in dein Roggenbrot und gibt dir ein entspanntes Zeitfenster zum Backen, weil der Sauerteig so länger am Peak bleibt und nicht zu schnell überreif wird. Der Hauptteig selbst wird nur einige Minuten gemischt (Roggen wird nicht intensiv geknetet), und nach ca. 30 Minuten Quellzeit in die Kastenform gegeben. Je nach Sauerteig dauert’s dann nur noch 2–4 Stunden, bis du backen kannst. So erhältst du ein Roggenvollkornbrot mit Sauerteig, das rund schmeckt und sich im Alltag gut einpasst.

Reines Roggenbrot mit Sauerteig aufgeschnitten auf einem rustikalen Holzbrett.

Richtig aufbewahren und einfrieren, so bleibt dein Sauerteigbrot aus Roggen lange frisch

Roggenbrote danken dir Geduld. Lass das Brot vollständig auskühlen und schneide es erst am nächsten Tag an: In dieser Zeit setzt sich die Krume, die Feuchtigkeit verteilt sich und die Scheiben werden sauber und nicht „klebrig“. Reine Roggensauerteigbrote ohne Hefe bleiben locker eine Woche frisch und saftig.

Lagere das Brot bei Zimmertemperatur in einer Holzbox (z. B. Zirbenholz), einem Brottopf oder Leinenbeutel, am besten auf dem Anschnitt, um Austrocknen zu vermeiden.

Zum Einfrieren schneide ich es am liebsten in Scheiben, verpacke kleine Portionen in Gefrierbeutel und taue nur auf, was ich brauche. Die Kruste wird beim kurzen Aufbacken wieder knusprig. Alternativ toastest du gefrorene Scheiben einfach kurz auf.

Häufige Fragen zum Roggen-Sauerteigbrot

Brauche ich zusätzliche Hefe?

Nein. Dieses reine Roggenbrot mit Sauerteig kommt ohne Hefe aus. Nur wenn der Starter gerade schwächelt und du backen musst, hilft ein winziger Hefekrümel als Notlösung, der Charakter bleibt sauerteigtypisch.

Wie steuere ich den Geschmack mild oder kräftiger?

Für milde Noten den Sauerteig warm führen (etwa 24–27 °C) und am Peak verwenden. Kräftigere Roggenaromen entstehen mit kühleren Führungen und längerer Reife des Starters; der Hauptteig bleibt frisch geführt.

Meine Krume wirkt feucht, was hilft?

Zieh die Backzeit durch, lass den Laib komplett auskühlen und warte mit dem Anschnitt bis zum nächsten Tag. Falls nötig, backe die letzten Minuten ohne Form „trocken“ direkt auf dem Rost.

Kann ich das Brot auch freigeschoben oder im Topf backen?

Dieses Sauerteig-Roggenbrot ist auf die Kastenform optimiert, sie gibt dem weichen Roggenteig die nötige Stütze. Freigeschoben oder im Topf geht, ist bei reinem Roggen jedoch anspruchsvoller; starte mit der Form, bis Garzeichen und Teiggefühl sitzen.

Warum erst am nächsten Tag anschneiden?

Roggenkrumen setzen langsamer. Über Nacht verteilt sich die Feuchtigkeit, das Brot wird schnittfest und aromatischer.

Wie entsteht die schöne „Marmorierung“?

Durch die unbedeckte Stückgare plus Mehlstaub auf der Oberfläche. Die Risse zeigen dir gleichzeitig die Backreife.

Reines Roggenbrot mit Sauerteig auf einem rustikalen Holzbrett.

Mehr Roggenbrot-Rezepte mit Sauerteig

Das ist mein Go-to-Rezept, wenn es ein kräftiges und unkompliziertes Sauerteigbrot sein soll, das schnell geht. Ich liebe es, den Sauerteig abends kurz anzusetzen und morgens direkt mit dem Teig starten zu können. So entsteht mit wenigen einfachen Schritten ein kräftig-aromatisches Brot, das lange frisch bleibt.

Und wenn du Lust auf eine zweite Runde Roggen hast: Schau dir auch mein Roggenschrotbrot und den Roggen-Kornling an.

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6 Kommentare

  • Bardo Hecker

    5 Sterne
    Liebe Sonja,vielen Dank für das tolle Rezept! Das Brot hat wunderbar geschmeckt und ich werde es auf alle Fälle regelmäßig backen. Deine Rezepte sind super erklärt, vor allem die Bücher die ich von dir habe sind einfach spitze. Auf jede Frage die auftaucht finde ich darin die Antwort und alle Rezepte die ich bisher ausprobiert habe ,haben sehr gut geklappt.
    Danke für deine tolle Arbeit!
    Die Bardo aus Bayern

    • A

      Liebe Bardo,
      tausend Dank für deine lieben Worte – das freut mich riesig! 🧡
      Wie schön, dass dir das Brot so gut schmeckt und meine Rezepte/Bücher dir zuverlässig weiterhelfen. Das ist ein so schönes Feedback für mich!
      Ich wünsche dir weiterhin ganz viel Freude beim Backen und wenn Fragen auftauchen, melde dich jederzeit gern.

      Liebe Grüße nach Bayern
      Sonja

  • Michael

    5 Sterne
    Hi Sonja,
    ich habe meinen Sauerteig mit einem Wechsel auf das feinere 1150 gezüchtet, wie in Deiner Anleitung beschrieben. Sollte ich dann auch bei diesem Rezept zum Ansetzen des Sauerteigs dabei bleiben oder wie beschrieben jetzt auf Vollkorn-Mehl umsteigen?
    Dann ist mir nicht ganz klar: führe ich das Anstellgut durch separate Fütterung und den Sauerteig getrennt oder zweige ich vom erzeugten Sauerteig einen Teil als neues Anstellgut ab?
    Viele Grüße und danke für Deine tollen Rezepte hier
    Michael

    • A

      Hallo Michael,

      ich würde dein ganz normales Anstellgut verwenden und den Sauerteig für das Rezept aber mit dem beschriebenen Mehl ansetzen. Dein Anstellgut musst du also nicht vorher nochmal umstellen. So mache ich das auch in der Regel.

      Bei weiteren Fragen melde dich gerne.

      Viele Grüße Sonja

  • 5 Sterne
    Das erste Brot ist super lecker!
    Wir haben natürlich a) nicht abwarten können, bis es vollständig ausgekühlt war und b) war ich bei der Stockgare so:Sind das Risse? Jaaaa klar sind das Risse, wenn ich die Augen bisschen zusammenkneife …“
    Jedenfalls hat mein Sauerteigstarter nach deiner Anleitung das ganze Brot gepowert (100% Roggenmehl 997, hatte nur das). Die Krume hat sich von der Kruste im Inneren gelöst, aber der Geschmack war super! Ich werde es nächstes Mal versuchen, wirklich Geduld für die Stockgare mitzubringen (waren bei Zimmertemperatur 6h). Vielleicht ändert das schon etwas.
    Danke für das Rezept!!

    roggenbrot mit sauerteig

    • A

      Wie schön, dass dein erstes Brot direkt so gut geschmeckt hat! 😊 Und dein Satz mit den Rissen hat mich sehr zum Schmunzeln gebracht.

      Dass sich die Krume etwas von der Kruste gelöst hat, kann verschiedene Ursachen haben. In deinem Fall könnte auch das Roggenmehl Type 997 eine Rolle spielen, denn es nimmt weniger Wasser auf als das Roggenvollkornmehl aus dem Rezept. Mit der gleichen Wassermenge war dein Teig dadurch wahrscheinlich deutlich weicher. Außerdem ist dein Sauerteig noch sehr jung und wird mit jeder Auffrischung stabiler.

      Beim nächsten Mal würde ich also etwas Wasser zurückhalten und mich bei der Stückgare wirklich an den sichtbaren Rissen und der Volumenzunahme orientieren. Und auch wenn es schwerfällt: Roggenbrot am besten vollständig auskühlen lassen und idealerweise erst am nächsten Tag anschneiden. 😊

      Liebe Grüße
      Sonja