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Sauerteig-Pizza: knusprig und aromatisch, ganz ohne Hefe

Worauf es bei Pizza mit Sauerteig ankommt

Ich gebe zu, ich war lange Zeit Team wenig Hefe oder Lievito Madre. Doch dann habe ich mich auf das Abenteuer Sauerteig-Pizza eingelassen, und der Geschmack ist den kleinen Mehraufwand wert, der kaum größer ist als bei anderen Teigen. Was eine gute Pizza ausmacht, ist vor allem der Teig, mehr noch als Belag oder Tomatensauce. Mit mildem Weizensauerteig (Levain) bekommt er eine leicht rustikale Kruste mit komplexem Aroma, ganz ohne Hefe. Er wird außerdem viel bekömmlicher und sorgt für ein volles, aber angenehmes Sättigungsgefühl.

Knusper-Tipp für einen luftigen Rand: Backe heiß, belege dünn. Viele Pizzen werden weich, weil sie nicht genug Hitze von unten bekommen. Heize deinen Backstahl oder Pizzastein richtig gut auf der maximalen Ofentemperatur vor. Belege die Pizza eher sparsam und bitte nicht den Rand. So bekommt der Boden den nötigen Hitzeschock, der Rand poppt schön auf, und deine Pizza aus Sauerteig wird luftig und knusprig. Du willst eine extra knusprige Pizza? Dann arbeite sie doch mal mit Hartweizengrieß statt Hartweizenmehl auf.

sauerteig pizza

Pizzateig mit Sauerteig: einfach, bekömmlich & voller Geschmack

Wenn du denkst, Sauerteig sei nur etwas für Profi-Bäcker, lass mich dich vom Gegenteil überzeugen. Ein Pizzateig mit Sauerteig ist überraschend unkompliziert. Er verzeiht kleine Fehler, und die Zeit übernimmt die meiste Arbeit für dich. Die lange Teigführung von 24 bis 48 Stunden macht den Teig aromatisch und zugleich gut bekömmlich. Während der langen Reife bauen die Sauerteigkulturen einen Teil der fermentierbaren Kohlenhydrate (FODMAP) ab, die sonst schwer im Bauch liegen. Auch das Klebereiweiß wird teilweise abgebaut. Für viele liegt so eine Pizza deutlich leichter im Magen. Glutenfrei wird sie dadurch nicht, für Menschen mit Zöliakie ist sie nicht geeignet. Das Ergebnis ist eine leichte, luftig-krosse Kruste, die innen weich und saftig bleibt. Kurz: Pizzeria-Gefühl zu Hause, ohne Spezialofen.

Sauerteig-Pizza auf Vorrat backen (eigene Tiefkühlpizza)

Du möchtest deine Sauerteig-Pizza gut in deinen Alltag integrieren? Dann nutze die Vorback-Methode. Backe die geformte und nur mit Tomatensauce belegte Pizza je nach Hitze und Backofen etwa 3 bis 4 Minuten im heißen Ofen vor. Nimm sie anschließend heraus und entscheide, wie es weitergeht:

Pizza auf Vorrat: Lass die vorgebackene Pizza vollständig auskühlen. Du kannst sie dann ohne Qualitätsverlust einfrieren und so deine eigene Tiefkühlpizza herstellen. Bei Bedarf einfach auftauen, belegen und fertig backen, ideal für spontanen Pizzagenuss.

Sofort genießen: Beleg sie mit Käse und was dir schmeckt und backe die Pizza fertig.

Frisch gebackene Sauerteig-Pizza auf einem Teller, mit einer karierten Serviette daneben und einem Glas Bier und Basilikum im Hintergrund.
Sauerteig-Pizza mit knusprigem Rand auf Backstahl gebacken, mit luftigem Rand auf einem Brotschieber.
Rezept

Sauerteig-Pizza

Pizza mit Sauerteig: Dieses einfache Rezept reift langsam über 24 bis 48 Stunden im Kühlschrank. Das schenkt dem Teig sein volles Aroma und eine luftig-krosse Kruste.
5,0 (2 Bewertungen)
Aktivzeit30 Min
Backzeit6 Min
Gesamt2 Tage
Portionen 4 Stück à 265 g Teigeinlage

Zutaten

Für den Sauerteig
  • 80 g lauwarmes Wasser (35 °C)
  • 40 g aktives Sauerteiganstellgut (Weizen)
  • 80 g Weizenmehl Type 550 oder Tipo 0
Für den Pizzateig
  • 540 g Pizzamehl Tipo 0 oder Tipo 00 Für lange Teigführung (ca. 12,5–13 g Protein)
  • 300–320 g kaltes Wasser
  • gesamter reifer Sauerteig
  • 15 g Salz
Belag
  • ca. 300 g San Marzano-Tomaten, etwas abgetropft oder andere aromatische Dosentomaten wie Datternini
  • 1 TL Olivenöl
  • etwas Salz
  • ca. 350 g Mozzarella oder Fior di latte, in Streifen geschnitten
Außerdem
  • Hartweizenmehl oder Hartweizengrieß zum Aufarbeiten

Zubehör

Zubereitung

Sauerteig
  1. Das Anstellgut mit Wasser und Mehl gründlich mischen. Dann locker abgedeckt ca. 4 bis 8 Stunden bei 26 bis 28 °C reifen lassen.
    80 g lauwarmes Wasser (35 °C), 40 g aktives Sauerteiganstellgut (Weizen), 80 g Weizenmehl Type 550 oder Tipo 0
    Reifer Weizensauerteig für Pizza aus Sauerteig.
Teig
  1. Mische das Mehl mit der kleineren Menge des kalten Wassers. Abgedeckt 30 bis 60 Minuten quellen lassen (Autolyse).
    540 g Pizzamehl Tipo 0 oder Tipo 00, 300–320 g kaltes Wasser
    sauerteig pizza
  2. Den reifen Sauerteig hinzufügen und 8–10 Minuten langsam kneten.
    Anschließend das Salz hinzufügen und den Teig weitere 3 bis 5 Minuten auf schnellerer Stufe auskneten.
    Bei Bedarf das restliche Wasser einkneten. (Ziel-Teigtemperatur 22 bis 24 °C.) Ob der Teig fertig geknetet ist, prüfst du mit dem Fenstertest.
    gesamter reifer Sauerteig, 15 g Salz
    Ausgekneteter Teig für Sauerteig-Pizza.
Formen & Reifen
  1. Den Teig in eine geölte Teigwanne oder Schüssel geben und 1 Stunde bei Raumtemperatur (22–24 °C) reifen lassen.
    Dabei nach 30 Minuten einmal dehnen und falten.
    sauerteig pizza
  2. Anschließend den Teig in 4 gleich große Teiglinge teilen und jeweils straff zu Pizzaballen rund wirken.
    Entweder zurück in die Teigwanne setzen oder in 4 Schalen verteilen (so kleben sie nicht zusammen und bleiben rund).
    Pizzaballen formen.
  3. Dann 1 Stunde bei Raumtemperatur anspringen lassen (ca. 22–24 °C).
    Geformter Pizzaballen anspringen lassen in einzelnen Glasschalen.
  4. Im Kühlschrank bei 5–7 °C für 24 bis 48 Stunden reifen lassen.
    Danach mindestens 1 Stunde bei Raumtemperatur akklimatisieren lassen.
    Reife Pizzaballen nach der kalten Gare.
  5. Die Teigballen aus der Teigwanne entnehmen und auf die gut mit Hartweizenmehl oder Hartweizengrieß bemehlte Arbeitsfläche geben.
    Mit den Fingerspitzen den Teig mittig leicht eindrücken und die Luft vorsichtig nach außen in den Rand drücken, sodass ein runder Teigfladen mit einem luftigen Rand entsteht.
    Den Teigfladen umdrehen und das Gleiche wiederholen.
    Hartweizenmehl oder Hartweizengrieß zum Aufarbeiten
    Pizzaballen im Semola-Bett vorformen.
  6. Danach vorsichtig auf einem Brot- oder Pizzaschieber auf die gewünschte Größe ausbreiten.
    (Ich nutze gern Dauerbackfolie oder hocherhitzbares Backpapier, siehe Tipps.)
    Pizza ausbreiten auf dem Brotschieber vor dem Belegen.
Belegen & Backen
  1. Den Backofen rechtzeitig zusammen mit einem Backstahl, Pizzastein oder umgedrehten Backblech im 2. Einschub von oben möglichst auf 300 °C (oder so heiß wie möglich) vorheizen.
    Alternativ kannst du die Grillfunktion nutzen.
    Die Tomaten zusammen mit dem Olivenöl und Salz mit der Hand oder einer Gabel zerdrücken (im Blender kann es schnell bitter werden).
    Den ausgebreiteten Pizzateig kurz vor dem Backen nicht zu dick mit der Tomatensauce belegen.
    ca. 300 g San Marzano-Tomaten, etwas abgetropft, 1 TL Olivenöl, etwas Salz
    Pizzateig, mit Tomatensoße belegt, vor dem Backen.
  2. Die Pizza in den heißen Ofen schieben und 3 bis 4 Minuten vorbacken.
    Danach herausnehmen und entweder mit dem Mozzarella oder wie gewünscht belegen, oder abkühlen lassen und einfrieren.
    ca. 350 g Mozzarella oder Fior di latte, in Streifen geschnitten
    Mit Tomatensoße vorgebackene Pizza vor dem endgültigen Belegen.
  3. Die belegte Pizza nochmal ca. 2 bis 3 Minuten auf Sicht zu Ende backen.
    (Die Backzeit kann je nach Backofen variieren.)
    Sauerteig-Pizza mit knusprigem Rand auf Backstahl gebacken, mit luftigem Rand auf einem Brotschieber.
Hinweis
  1. Belag nach Wahl & ein Hauch Knoblauch: Beim Belag bist du völlig frei. Ob klassisch mit Mozzarella und Basilikum, herzhaft mit Salami und Parmesan oder vegetarisch mit Grillgemüse, alles ist erlaubt. Kleiner Tipp für die Sauce: Gib der San-Marzano-Tomatensauce nach dem Zerdrücken und Salzen optional eine halbe, fein zerdrückte Knoblauchzehe dazu. Das bringt zusätzliche Tiefe ins Aroma.
  2. Extra Crunch durch Hartweizengrieß: Zum Ausrollen und Formen wird klassischerweise Hartweizenmehl (Semola rimacinata) genutzt. Für einen besonders krossen Boden verwende ich aber auch sehr gern feinen Hartweizengrieß. Den streue ich großzügig auf die Arbeitsfläche und den Pizzaschieber. Der Grieß verbrennt nicht so schnell wie Mehl, verhindert zuverlässig das Kleben und sorgt für den gewünschten Extra-Crunch beim Hineinbeißen.
  3. Der sichere Weg in den Ofen: Wenn du wie ich kein absoluter Pizza-Profi bist, empfehle ich dir Backpapierzuschnitte oder Dauerbackfolie, um die geformte Pizza sicher auf den heißen Backstahl oder Pizzastein zu schieben. Das reduziert die Gefahr, dass Sauce daneben geht und im Ofen festbrennt, falls der Teig beim Einschießen hängenbleibt und einreißt. Achte darauf, dass das Papier oder die Folie sehr hitzebeständig ist. Ich nutze dafür gern die Backpapierzuschnitte von Häussler, die sind auch für den Holzbackofen geeignet.
 

Teig kneten im Thermomix

  1. Für die Autolyse das Mehl mit dem kalten Wasser 1 Min. Teigknetstufe vermengen. Dann 30 bis 60 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.
  2. Nach der Autolyse den reifen Sauerteig zugeben und 5 Min./Teigknetstufe kneten, dann das Salz und bei Bedarf das restliche Wasser zugeben und nochmal 2–3/Teigknetstufe auskneten.
  3. Ziel-Teigtemperatur 22 bis 24 Grad kontrollieren.
 

Mein Zeitplan für die Sauerteig-Pizza

Tag 1, Teigvorbereitung:
  • 08:00 Uhr: Sauerteig auffrischen (Levain)
  • 12:00 Uhr: Autolyse starten
  • 12:30 Uhr: Hauptteig kneten
  • 13:00 bis 14:00 Uhr: Stockgare bei Raumtemperatur
  • 14:00 Uhr: portionieren und formen
  • 15:00 Uhr: Kaltgare starten
Tag 2, Backtag:
  • 17:30 Uhr: Ofen und Backstahl vorheizen
  • 18:00 Uhr: Teiglinge akklimatisieren
  • 18:15 Uhr: formen, belegen und backen
  • 18:25 Uhr: genießen
Hinweis: Die Kaltgare kann auf 48 Stunden verlängert werden, das gibt noch mehr Aroma.
Nährwerte pro Pizza: ~846 kcal #flüssigerweizensauerteig #hausgemacht #italienischesweizenmehltipo0 #italienischesweizenmehltipo00 #knusprig #luftig #pizza #sauerteig #sauerteiganstellgut #weizensauerteig
Frisch gebackene Sauerteig-Pizza auf einem Teller, mit einer karierten Serviette daneben und einem Glas Bier im Hintergrund.

Sauerteig-Pizza Schritt für Schritt: so gelingt sie zuverlässig

Du brauchst keinen Steinofen oder teure Profi-Ausrüstung, um eine gute Sauerteig-Pizza zu backen. Alles, was du brauchst, ist ein Ofen mit Backstahl, Pizzastein oder Backblech und ein wenig Geduld. Ich zeige dir, wie du den Sauerteig für Pizza richtig aktivierst, einen guten Pizzateig herstellst und die Teiglinge so formst, dass die Luft im Rand bleibt. Mit der richtigen Hitze aus dem Ofen poppt deine Sauerteig-Pizza schön auf, mit knuspriger Kruste, luftigem Rand und vollem Aroma wie beim Lieblings-Italiener.

Sauerteig aktivieren, der Starter ist die Basis für deinen Ofentrieb

Dein Sauerteig für Pizza sollte mild und triebstark sein. Füttere ihn 1 bis 2 Mal warm (26 bis 28 °C), zum Beispiel 1:2:2 bis 1:1:1 (Anstellgut:Mehl:Wasser), und nutze ihn am Peak, dann hat er die größte Triebkraft. Dann ist er sichtbar gewölbt, mit vielen feinen Bläschen durchzogen, hat sein Volumen deutlich verdoppelt und riecht angenehm milchsauer. Das gibt dir planbaren Trieb und ein mildes, rundes Aroma.

Teigspannung aufbauen

Nach der Autolyse den Teig gut auskneten. Dann 60 Minuten bei Raumtemperatur ruhen lassen und in dieser Zeit einmal dehnen und falten. So baut er Spannung auf, wird elastisch und lässt sich nach der Reifezeit schön dünn ausziehen, ohne zu reißen.

Reife und Formen: der Schlüssel zum luftig-krossen Pizzarand

Teiglinge portionieren und straff rundschleifen, dann weitere 60 Minuten bei Raumtemperatur entspannen lassen. Anschließend abgedeckt 24 bis 48 Stunden im Kühlschrank (5 bis 7 °C) reifen. Das bringt Tiefe ins Aroma und macht den Teig gut formbar. Am Backtag etwa eine Stunde bei Raumtemperatur akklimatisieren lassen und zum Formen nur die Luft von der Mitte nach außen drücken, bitte nicht ausrollen. So bleiben die Gärgase im Rand, und es entsteht der luftig-krosse Cornicione, dieser schön aufgegangene, knusprige Rand, der innen weich bleibt.

Die richtige Hitze: So poppt der Pizzarand auf

Der Schlüssel zur knusprig-luftigen Kruste ist maximale Hitze. Heize deinen Backstahl oder Pizzastein im zweiten Einschub von oben 30 bis 60 Minuten bei maximaler Temperatur vor (Ober-/Unterhitze). Keine Sorge, wenn dein Ofen nur 250 °C schafft, du kannst kurz vor dem Backen die Grillfunktion zuschalten.

Wichtige Richtwerte:

  • Temperatur: 280 bis 300 °C Ober-/Unterhitze (oder so heiß wie möglich)
  • Backzeit: 5 bis 7 Minuten
  • Mein Tipp: Belege die Pizza sparsam (weniger ist mehr), damit der Boden den Hitzeschock bekommt und nicht durchweicht.

Kein Backstahl? Kein Problem. Das umgedrehte, lange vorgeheizte Backblech funktioniert als Hitzespeicher überraschend gut.

Sauerteig-Pizza mit knusprigem Rand auf Backstahl gebacken, mit luftigem Rand auf einem Brotschieber.

Häufige Fragen rund um Sauerteig-Pizza

Du hast noch Fragen? Schön, das ist genau der richtige Weg, um tiefer ins Backen einzusteigen. Ich habe die häufigsten Fragen rund um Sauerteig für Pizza hier gesammelt, von der richtigen Mehlwahl über die Reifezeiten bis zu den Kniffen für eine knusprige Kruste. So gehst du sicher an deine nächste Pizza.

Wie backe ich die Pizza am besten?

Die knusprige Kruste gelingt nur bei hoher Hitze. Heize deinen Ofen mit Backstahl oder Pizzastein auf die höchstmögliche Temperatur vor (meist 250 bis 300 °C) und schiebe die belegte Pizza direkt auf den heißen Stein. So bekommt der Boden den nötigen Hitzeschock und wird extra knusprig.

Kann ich die Sauerteig-Pizza mit Dinkel backen?

Ja. Nimm ein helles Dinkelmehl Type 630 statt des Weizenmehls und halte beim Wasser etwas zurück, weil Dinkel die Flüssigkeit schlechter halten kann. Knete kürzer und verkürze die Autolyse auf 20 bis 30 Minuten, der Dinkelkleber ist empfindlicher. Der Boden wird etwas weniger luftig und rustikaler, dafür schön aromatisch. Wenn du dich herantasten willst, ersetze zuerst die Hälfte des Weizenmehls durch Dinkel.

Welches Mehl ist ideal?

Backstarke Weizenmehle wie italienisches Pizzamehl Tipo 00 oder Tipo 0 sind ideal, oder deutsches Weizenmehl Type 550 plus ein kleiner Anteil Manitoba oder Hartweizen für Extra-Stretch. Für rustikale Noten gern 10 bis 20 % Vollkornmehl beimischen.

Wie viel Sauerteig kommt in den Teig?

Der komplette Vorteig, also rund 200 g. Den setzt du aus 40 g Anstellgut, 80 g Wasser und 80 g Mehl an, und die ganze reife Menge wandert in den Hauptteig.

Kann ich das Anstellgut direkt nutzen?

Besser nicht. Frisch deinen Sauerteig lieber auf und nutze ihn am Peak. So wird der Pizzateig zuverlässig locker.

Kann ich das Rezept mit Roggensauerteig backen?

Ja. Nimm dein Roggen-Anstellgut statt Weizen und folge dem Rezept. Der Geschmack wird kräftiger und rustikaler. Verwende für den Hauptteig unbedingt backstarkes Weizenmehl, damit der Boden dehnbar bleibt. Und halte die kalte Gare bei maximal 24 Stunden, weil Roggensauerteig mehr Säure bildet und der Geschmack sonst zu sauer kippt.

Brauche ich zusätzliche Hefe?

Bei diesem Rezept nicht. Wenn du es planbarer magst oder keinen ganz fitten Starter hast, kannst du 0,05 bis 0,1 % Hefe (0,3 bis 0,6 g Frischhefe) ergänzen. Das Aroma bleibt sauerteigtypisch.

Wie lange reift der Teig?

Für das volle Aroma 24 bis 48 Stunden kalt reifen lassen (5 bis 7 °C). Kürzer geht auch, ist aber weniger aromatisch.

Ist Sauerteig-Pizza bekömmlicher als Pizza mit Hefe?

a, viele vertragen sie spürbar besser. Vor allem baut die lange Reife einen Teil der fermentierbaren Kohlenhydrate (FODMAP) ab, die sonst schwer im Magen liegen. Das Klebereiweiß wird teilweise mit abgebaut. Ein glutenfreies Lebensmittel wird sie dadurch nicht.

Warum wird meine Pizza nicht knusprig?

Ober-/Unterhitze maximal vorheizen (Backstahl 45 bis 60 Minuten), Teiglinge erst kurz vor dem Backen formen, Belag sparsam, im zweiten Einschub von oben backen, zum Finish bei Bedarf 1 bis 2 Minuten Grill.

Mein Pizzateig mit Sauerteig geht nicht richtig auf, woran liegt das?

1. Starter war nicht fit. Füttere ihn 1 bis 2 Mal warm (26 bis 28 Grad), zum Beispiel 1:2:2, und nutze ihn am Peak (sichtbar gewölbt, viele Bläschen, Volumen deutlich verdoppelt). Wenn du unsicher bist, ob dein Starter fit ist, hilft dir mein Guide zum Sauerteig ansetzen für Anfänger.

2. Kaltgare zu kalt oder zu kurz. Bei 5 bis 7 °C reift der Teig langsam, das ist gewollt. Passiert gar nichts, ist der Kühlschrank oft zu kalt (unter 5 °C) oder die Zeit zu kurz. Gib dem Teig 24 bis 48 Stunden. Wichtig: Lass den Teig nach dem Mischen und Falten ca. 60 Minuten bei Raumtemperatur anspringen und forme ihn dann. Nach dem Formen weitere 60 Minuten bei Raumtemperatur reifen lassen, erst dann in den Kühlschrank (ca. 5 bis 7 °C).

3. Start-Teigtemperatur und Timing. Nach dem Mischen Ziel-Teigtemperatur ca. 23 bis 24 °C. Ist der Teig deutlich kühler, bremst das die Aktivität. Beurteile die Reife nicht nur an der Uhr, sondern an Zeichen: Teiglinge wirken entspannt, elastisch, zeigen Gasblasen, dann backen (Backstahl maximal vorheizen). Optional für Planbarkeit 0,05 bis 0,1 % Hefe (0,3 bis 0,6 g Frischhefe) ergänzen, das Aroma bleibt sauerteigtypisch.

Kann ich eine Sauerteig-Pizza einfrieren?

Ja, das geht gut, wenn du deine eigene Tiefkühlpizza machen möchtest. Backe die Pizza nur mit Tomatensauce belegt 3 bis 4 Minuten vor, lass sie vollständig auskühlen und friere sie luftdicht verpackt ein. Zum Verzehr frisch belegen und fertig backen. Rohe Teiglinge kann man auch einfrieren, allerdings verlieren sie dabei oft Triebkraft. Ich empfehle dir die Vorback-Methode.

Mehr Rezepte mit Sauerteig

Diese Sauerteig-Pizza ist mein Lieblingsrezept, wenn ich Lust auf echte Pizza habe, mit viel Reifezeit, Geschmack und komplexen Aromen. Der Duft, wenn sie aus dem Ofen kommt, die knusprige Kruste, der luftige Rand und der aromatische Teig: für mich kommt da keine schnelle Hefe-Pizza mit. Wenn du auch gern mit Sauerteig und Pizza arbeitest, willst du wahrscheinlich nie wieder anders backen. Wenn du noch keinen Sauerteig hast, findest du hier meine bewährte Anleitung: Sauerteig ansetzen.

Und falls du Lust auf mehr Sauerteig hast: Probier auch mein Sauerteig-Baguette, die Sauerteig-Focaccia oder mein einfaches Weizensauerteigbrot, sie sind genauso mild, aromatisch und mit dem typischen Sauerteig-Charakter.

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6 Kommentare

  • 5 Sterne
    Ich habe dieses Rezept notgedrungen mit Weizenmehl 550 ausprobiert und eine mega Pizza rausbekommen 🤩
    Vielen Dank für das Rezept!!

    sauerteig pizza

    • A

      Liebe Katrin,

      das freut mich riesig, deine Pizza ist wirklich toll geworden!

      Liebe Grüße Sonja

      • Anna Fuchs

        Hallo, wieviel sauerteig kommt denn genau rein. Aufgefrischt habe ich jetzt 200 g. LG Anna

        • A

          Hallo,

          die ganzen 200 g kommen in den Teig.

          LG Sonja

  • 5 Sterne
    Ich backe viel mit Roggensauerteig. Funktioniert das auch damit?
    Es klingt sooo lecker und ich möchte es gerne ausprobieren.

    • A

      Hallo!
      Ja, das funktioniert! Du verwendest einfach dein Roggen-ASG anstelle von Weizen-ASG und folgst dem Rezept wie beschrieben. Das Weizenmehl im Auffrisch-Schritt verdünnt den Roggenanteil zusätzlich.

      Ein paar Hinweise, damit du nicht enttäuscht wirst:
      Der Geschmack wird anders als mit Weizensauerteig – kräftiger und rustikaler. Wenn du das magst, wirst du die Pizza lieben. Wenn du einen milden Pizzateig erwartest, könnte es dir zu intensiv sein.
      Das Mehl: Verwende für den Hauptteig unbedingt backstarkes Weizenmehl (wie im Rezept), damit der Boden dehnbar bleibt.
      Die Säure im Griff behalten: Roggensauerteig bildet bei langer kalter Gare deutlich mehr Säure. Halte die kalte Gare daher bei maximal 24 Stunden – länger kippt der Geschmack zu sehr ins Saure.

      Wenn du diese Punkte beachtest, bekommt die Pizza eine tolle rustikale Note!
      Alternativ kannst du einen etwas Roggensauerteig einfach einige Male mit Weizenmehl auffrischen, bevor du das Rezept ausprobierst, dann bist du auf der sicheren Seite.

      Liebe Grüße
      Sonja