Johannisbeersirup ohne Entsafter machen
Du brauchst keinen Entsafter und keine Dampfentsafterei. Ich koche die Johannisbeeren einfach mit etwas Wasser kurz auf, bis sie zerfallen, und gieße die heiße Masse dann durch ein Sieb oder ein Mulltuch. Den aufgefangenen Saft kochst du mit Zucker und Zitrone zum Sirup ein. Das ist die einfachste Methode, und sie funktioniert mit roten wie schwarzen Johannisbeeren. Die Stiele kannst du dranlassen, sie werden ohnehin abgesiebt.
In Österreich heißen die Johannisbeeren übrigens Ribisel, und das Rezept funktioniert mit Ribiseln genauso. Wenn du eine Beerenpresse oder einen Entsafter hast, kannst du die natürlich auch nehmen, nötig ist es nicht.

Das richtige Verhältnis von Saft und Zucker
Beim Zucker hast du Spielraum, und der entscheidet über Süße und Haltbarkeit. Ich nehme auf etwa einen Liter Saft zwischen 300 und 500 Gramm Zucker, je nachdem, wie süß ich den Sirup mag. Mehr Zucker macht den Sirup süßer und haltbarer, weniger Zucker fruchtiger, dafür solltest du ihn dann etwas zügiger verbrauchen. Die Zitrone bringt Säure, die den Geschmack frisch hält und die Farbe stabilisiert.

Mein Tipp
Wenn du den Sirup verschenken oder länger lagern möchtest, bleib eher im oberen Zuckerbereich. Zucker ist hier nicht nur Süße, sondern auch das, was den Sirup haltbar macht. Für den schnellen Sommervorrat im Kühlschrank reicht die kleinere Menge.
Johannisbeersirup als Low-Carb-Variante
Du kannst den Zucker komplett gegen Xylit (Birkenzucker) tauschen, dann wird der Sirup zuckerreduziert. Geschmacklich macht das kaum einen Unterschied, die Süße bleibt. Beachte nur, dass Xylit weniger stark konserviert als Zucker, der Low-Carb-Sirup sollte also in den Kühlschrank und etwas schneller verbraucht werden. Auch Erythrit oder eine Stevia-Mischung funktionieren, hier tastest du dich an die Süße am besten heran, weil die Süßkraft je nach Produkt schwankt.

Wie lange ist Johannisbeersirup haltbar?
Ungeöffnet und sauber abgefüllt hält sich der Sirup mehrere Wochen bis Monate, wenn du im oberen Zuckerbereich gearbeitet hast. Wichtig sind sterile Flaschen und das zügige, heiße Abfüllen, das verhindert Keime. Sobald eine Flasche geöffnet ist, gehört sie in den Kühlschrank und sollte innerhalb einiger Wochen leer sein. Die Low-Carb-Variante mit Birkenzucker ist weniger lang haltbar, plane sie eher für den baldigen Verbrauch.
So verwende ich den Johannisbeersirup
Am liebsten mische ich ihn mit kaltem Sprudelwasser zur schnellen Limonade. Mit Sekt oder Prosecco wird daraus ein sommerlicher Aperitif, und über Eis oder Pancakes geträufelt schmeckt er auch. Als Mitbringsel zum Sommerbesuch macht eine hübsche Flasche immer etwas her.

Häufige Fragen
Ja. Du kochst die Beeren mit etwas Wasser kurz auf, bis sie zerfallen, und gießt die Masse durch ein Sieb oder Mulltuch. Den aufgefangenen Saft kochst du dann zum Sirup ein. Einen Entsafter brauchst du dafür nicht.
Auf etwa einen Liter Saft nehme ich 300 bis 500 Gramm Zucker. Mehr Zucker macht den Sirup süßer und haltbarer, weniger Zucker fruchtiger und kürzer haltbar.
Ja, tausch den Zucker gegen Xylit (Birkenzucker), Erythrit oder eine Stevia-Mischung. Beachte, dass diese weniger konservieren, der Sirup sollte dann gekühlt und zügig verbraucht werden.
Beide funktionieren. Rote Johannisbeeren geben einen helleren, frischeren Sirup, schwarze einen dunkleren, kräftigeren. Auch eine Mischung ist möglich.
Sauber abgefüllt und gut gezuckert mehrere Wochen bis Monate. Angebrochene Flaschen in den Kühlschrank und bald verbrauchen.
Mehr Rezepte mit Johannisbeeren
Wenn du noch mehr Johannisbeeren zu verarbeiten hast, findest du bei mir auch ein Johannisbeergelee und ein Himbeer-Johannisbeer-Gelee. Beide kommen ebenfalls ohne Entsafter aus. Wenn du noch frische Johannisbeeren übrig hast, lohnt sich neben dem Sirup auch mein saftiger Johannisbeerkuchen mit Streusel, der gelingt mit frischen und mit gefrorenen Beeren




4 Kommentare
Silke
Hallole,
ich bin heute durch Zufall auf Ihren Blog u das Johannisbeersirup gestolpert. Ich habe noch nicht ganz verstanden, wie das Entsaften im Thermomix funktioniert.
Können Sie das nochmal erklären?
Danke u LG
Silke
cookieundco
Hallo Silke,
das ist mit dem Thermomix super einfach. Die gewaschenen Johannisbeeren samt Stil im Varoma verteilen. 250g Wasser aus der Leitung in den Mixtopf geben. Varoma mit Johannisbeeren und auf den Mixtopf setzen. Nun für 20 Min./ Varoma/ Stufe 1 oder 2 erhitzen. Danach ist der Saft der Johannisbeeren unten im Mixtopf und das Wasser, das vorher eingefüllt wurde verdunstet. Johannisbeeren im Varoma kann man danach eventuell noch etwas ausdrücken, ist aber nicht nötig.
Den Saft gegebenenfalls nochmal durch ein Sieb oder ein Mulltuch gießen, weil manchmal das eine oder andere Kernchen drin schwimmt.
Bei weiteren Fragen gerne nochmal melden…liebe Grüße, Sonja
Silke
Super, vielen Dank für die Erklärung! Jetzt habe ich es verstanden 😅
vorher dachte ich, ich muss den Johannisbeersaft irgendwie im Varoma auffangen.
Ich werde das Rezept morgen ausprobieren! Ich liebe auch Sirups im Sommer! Habe auch schon ganz viel Holunderblütensirup eingekocht. Da kommt Johannisbeere als Abwechslung grade recht.
Zur Info: ich hatte angeklickt, dass ich über weitere Kommentare zu diesen Artikel informiert werde, da ich ja auf eine Antwort gehofft habe. Das hat nicht funktioniert…
cookieundco
Liebe Silke,
vielen lieben Dank für die Info. Ich werde das mal weiter beobachten.
Gutes gelingen beim Einkochen, ich hoffe der Sirup schmeckt dir so gut wie uns. 🙂
Herzlichst,
Sonja