Wie reif müssen die Bananen sein
Je reifer, desto besser. Braune Flecken auf der Schale sind kein Makel, sondern das Signal, dass die Stärke in Zucker umgewandelt ist. Genau darauf kommt es bei diesem Rezept an.
Nimmst du zu unreife Bananen, merkst du das an drei Stellen. Die Süße fehlt, das typische Bananenaroma bleibt blass, und die Bananen lassen sich deutlich schlechter zerdrücken oder pürieren. Statt einer glatten Masse bekommst du stückige Reste, die sich nicht sauber in den Teig einarbeiten.
Wenn deine Bananen noch nicht so weit sind, lass sie lieber ein paar Tage liegen. Der Kuchen wird dadurch spürbar besser.

Warum der Teig nur kurz gerührt wird
Der Teig kommt ohne Küchenmaschine aus, und das ist kein Verzicht, sondern Absicht. Die feuchten Zutaten werden verrührt, die trockenen separat gemischt und dann nur so lange untergehoben, bis kein Mehl mehr zu sehen ist. Rührst du länger, entwickelt sich der Kleber im Mehl und das Bananenbrot wird zäh statt saftig.
Nüsse und Schokostücke kommen ganz zum Schluss dazu, mit wenigen Bewegungen untergehoben.
Nicht zu lange rühren: Der häufigste Fehler bei Rührteig mit Backpulver und Natron ist zu langes Rühren. Sobald das Mehl im Teig ist, hörst du auf, auch wenn noch kleine Klümpchen zu sehen sind. Die verschwinden beim Backen.

Schokolade und Nüsse: worauf es ankommt
Ich nehme backfeste Chocolate Chunks statt gewöhnlicher Kuvertüre, weil sie beim Backen ihre Form behalten und man sie im fertigen Brot als Stücke findet. Bei den Nüssen mag ich Erdnüsse, sie bringen eine salzige Note, die gut zur Süße passt. Haselnüsse funktionieren genauso.
Schokostücke am Boden Manchmal sinken mir die Schokostücke beim Backen nach unten und sammeln sich am Boden. Dagegen hilft ein einfacher Handgriff: Wende sie vor dem Unterheben in einem Löffel von dem abgemessenen Mehl. Die dünne Mehlschicht gibt ihnen Halt im Teig, sodass sie besser verteilt bleiben. Dasselbe funktioniert übrigens auch mit den Nüssen.
Bananenbrot mit Sauerteig-Anstellgut
Wenn du Sauerteig führst, kannst du hier Anstellgut unterbringen, das sonst im Müll landen würde. 90 g Anstellgut ersetzen die 45 g Mehl und 45 g Milch aus dem Rezept. Roggen oder Weizen funktionieren beide.
Mehr Ideen für Anstellgut, das übrig ist, findest du bei meinen [Rezepten für Sauerteigreste]. Besonders oft gebacken werden bei uns die Schokomuffins mit Sauerteig und die Brownie-Cookies mit Sauerteig.


Wenn etwas schiefgeht
Das Bananenbrot ist speckig geworden. Das ist mir auch schon passiert: eine dichte, klitschige Schicht statt einer lockeren Krume. Dafür gibt es vier Ursachen, und die ersten beiden sind mit Abstand die häufigsten.
Meistens war es schlicht noch nicht durch. Bananenbrot in der Kastenform braucht in der Mitte am längsten, und außen sieht es viel früher fertig aus. Mach die Stäbchenprobe wirklich in der Mitte und gib ihm im Zweifel ein paar Minuten mehr.
Der zweite Grund ist zu viel Bananenmasse. Im Rezept stehen 250 bis 300 g geschälte Bananen, und das ist keine ungefähre Angabe. Drei sehr große Bananen bringen schnell 400 g auf die Waage, und diese Extraflüssigkeit kann der Teig nicht mehr binden. Wieg sie lieber ab, statt nach Stückzahl zu gehen.
Dazu kommen zwei seltenere Ursachen: zu langes Rühren nach dem Mehl, das macht die Krume zäh und dicht, und Backpulver oder Natron, die zu alt sind und nicht mehr richtig treiben. Beides passiert seltener, ist aber schnell geprüft.
Es wirkt klitschig, obwohl es durchgebacken war. Dann war es beim Anschneiden noch zu warm. Bananenbrot muss vollständig auskühlen, sonst wirkt die Krume feucht und dicht, auch wenn sie es gar nicht ist. Ich lasse es nach dem Stürzen komplett auf dem Gitter auskühlen, bevor ich das erste Stück abschneide.
In der Mitte nicht durchgebacken. Bananenbrot in der Kastenform braucht Zeit, außen sieht es früher fertig aus als innen. Stäbchenprobe in der Mitte machen und ihm lieber ein paar Minuten mehr geben.
Oben zu dunkel, innen noch roh. Deck das Brot in den letzten Minuten locker mit Alufolie ab, dann bräunt die Oberfläche nicht weiter, während es durchbackt.
Der Teig ist fad geblieben. Dann waren die Bananen zu unreif. Sie bringen dann weder Süße noch Aroma mit, und Zucker allein gleicht das nicht aus.

Häufige Fragen
Je reifer, desto besser. Braune Flecken auf der Schale sind ideal. Zu unreife Bananen bringen weniger Süße und Aroma mit und lassen sich schlechter zerdrücken oder pürieren.
Mit der Stäbchenprobe. Stich ein Holzstäbchen in die Mitte. Kommt es sauber oder mit wenigen Krümeln heraus, ist es fertig.
Meist, weil es noch nicht ganz durchgebacken war. In der Kastenform braucht die Mitte am längsten, deshalb dort die Stäbchenprobe machen. Der zweithäufigste Grund ist zu viel Bananenmasse: Wieg die geschälten Bananen ab, 250 bis 300 g sind richtig. Seltener liegt es an zu langem Rühren nach dem Mehl oder an altem Backpulver.
Dann wurde es zu warm angeschnitten. Lass es vollständig auskühlen, sonst wirkt die Krume klitschig, auch wenn sie fertig gebacken ist.
In einem luftdichten Behälter bleibt es 3 bis 4 Tage frisch. Du kannst es auch in Scheiben schneiden und portionsweise einfrieren.
Ja, das Grundrezept kommt ohne aus. Anstellgut ist nur eine Variante für alle, die Sauerteig führen und Reste verwerten wollen.
Ja. Eine Leserin hat den Teig in Muffinförmchen gefüllt und etwa 25 Minuten gebacken.
Bei sehr reifen Bananen reichen auch etwa 80 g Zucker, das hat ein Leser so ausprobiert.
Pur schmeckt es zum Frühstück oder als Snack. Dazu passt Butter, Nussmus oder Schokocreme, angeröstet in der Pfanne wird es nochmal aromatischer.
Ja, Dinkelmehl Type 630 funktioniert genauso gut wie Weizenmehl Type 405.
Mein Rezept gegen braune Bananen
Bananenbrot ist für mich die beste Form der Resteverwertung. Es braucht genau das, was sonst niemand mehr haben will, und wird umso besser, je reifer die Bananen sind. Bei uns wandern die dunklen Exemplare deshalb nicht mehr in den Kompost, sondern in die Kastenform.
Wenn du lieber einen richtigen Kuchen backen möchtest, probier gerne meinen Schoko-Bananenkuchen, der wir in der Gugelhupfform gebacken und schmeckt schön schokoladig. Noch eine Möglichkeit für reife Bananen ist mein Banoffee Cake, genauso einfach und sehr lecker mit leichtem Kaffee-Aroma.





5 Kommentare
Martin Herr Vettori
Super einfaches Rezept, aber super lecker. Zucker kann man gerne noch reduzieren, wenn die Bananen wirklich reif sind, reichen auch 80g. Dafür zum Zimt noch eine Prise Kardamom.
Heidi
Liebe Sonja,
ich backe seit locker 5 Jahren deine Rezepte nach und bin ein großer Fan. Dieses Rezept ist richtig klasse. Ich könnte mich damit dumm und dämlich essen, ehrlich. Habe es heute statt im Kasten, in Muffinförmchen für 25 Min. gebacken und die Familie ist begeistert. Danke für deine tolle Arbeit.
Viele liebe Grüße
Sonja
Hallo!
5 Jahre – das freut mich riesig, danke für deine Treue! 😊
Und die Muffinförmchen-Idee ist klasse, das werde ich mir merken. Schön, dass die ganze Familie begeistert ist!
Liebe Grüße
Sonja
Maggie Thommen
vor 3 Tagen hab ich das Bananenbrot gebacken, mit Discard. da es ein spontaner Entscheid (von den überreifen Bananen😜) war, hatte ich keine Schoggi im Haus und dafür echten Kakao genommen und noch ein paar Datteln dazu Gemixt. Bin vom Resultat des Rezepts begeistert. Es schmeckt heute sogar noch saftiger, als am 1. Tag. Das wird mein absoluter Favorit🥰👍
Sonja
Liebe Maggie,
das klingt richtig lecker. Freut mich sehr, dass dein Bananenbrot so gut geworden ist!
Liebe Grüße
Sonja