Warum Dinkel und Sauerteig hier so gut funktioniert
Warum sind gerade Dinkel und Sauerteig so ein Dreamteam? Weil Dinkel dieses herrlich nussige Aroma mitbringt, das zu milder Säure perfekt passt – und weil der Sauerteig die Bekömmlichkeit nochmal deutlich verbessert. Hier ist, was diese Kombi so besonders macht:
Saftigkeit: Das Mehlkochstück (aufgekochtes Mehl mit Milch) bindet Wasser wie ein Schwamm. Ergebnis: eine elastische, feuchte Krume – auch am zweiten Tag.
Aroma & Bekömmlichkeit: Der Dinkelsauerteig sorgt für milde Säure, aromatische Tiefe und eine lange Frischhaltung – auch ganz ohne zusätzliche Hefe.
Schonendes Handling: Dinkel-Gluten ist empfindlicher als bei Weizen. Wichtig, nur kurz kneten, sanft falten und dann über Nacht kalt stellen. So entwickelt sich eine gute Teigstruktur, ohne den Teig zu überkneten.
Tipps zum Backen mit Dinkel findest du in meinem Artikel Weizen durch Dinkel ersetzen.

So backst du die Dinkel-Sauerteigbrötchen Schritt für Schritt
Zuerst bereitest du das Kochstück vor und lässt es abkühlen. Parallel setzt du deinen Dinkelsauerteig an und lässt ihn warm reifen, bis er sein maximales Volumen erreicht hat und am Peak ist. Dann mischst du alle Zutaten außer Salz und Butter zusammen und gönnst dem Teig eine kurze Ruhephase – das nennt man Autolyse. Danach knetest du den Teig und arbeitest zum Schluss das Salz und die Butter kurz ein. Der Teig ist fertig, wenn du den sogenannten Fenstertest machen kannst.
Jetzt beginnt die Stockgare: Der Teig ruht zuerst bei Raumtemperatur, zwischendurch faltest du ihn sanft. Dann geht’s über Nacht in den Kühlschrank – hier entwickelt sich das tolle Aroma ganz in Ruhe. Am nächsten Tag lässt du den Teig etwas wärmer werden, formst ihn dann und lässt die geformten Teiglinge dann nochmals gehen und backst die Sauerteigbrötchen mit Dinkel mit kräftigem Dampf (schwaden) knusprig aus.
Meine 5 besten Tipps für perfekte Dinkelbrötchen
1. Sauerteig am Peak verwenden
Zeigt er eine gewölbte Oberfläche, viele feine Bläschen und einen mild-fruchtigen Duft – dann hat dein Sauerteig seine maximale Triebkraft erreicht – er ist am Peak. Nur so gibt’s verlässlichen und optimalen Ofentrieb mit lockerer Krume.
2. Hände ölen oder bemehlen
Leicht geölte oder bemehlte Hände helfen dir im Umgang mit leicht klebrigen Teig. Bitte nachträglich kein Zusatzmehl einkneten, das bewahrt die Saftigkeit und Teigstruktur. Jedes Extra-Mehl macht den Teig fester und die Brötchen trockener.
3. Sanft formen und Luft bewahren
Die Teiglinge behutsam formen, nicht flach drücken oder quetschen. Jeder grobe Handgriff drückt Luft raus – und die brauchst du für eine lockere Krume.
4. Gare nach Reifezeichen beurteilen, nicht nach Uhr
Wenn die Teiglinge sichtbar aufgegangen sind und auf sanften Fingerdruck federnd reagieren, ist’s soweit. Wirken sie noch fest? Stückgare verlängern.
5. Extra-Knusper beim Backen
In den gut vorgeheizten Ofen einschießen, am besten mit einem Backstahl, und kräftig schwaden. Zum Schluß die letzten 2–3 Minuten auf Heißluft umschalten und danach ganz fein mit Wasser besprühen – gibt gibt einen wunderbaren Glanz und Knusprigkeit.

Einfrieren, Aufbewahren & Aufbacken
Frisch sind sie unschlagbar! Am besten noch lauwarm mit Butter und Marmelade genießen – einfach herrlich!
Aufbewahren: Für 1–2 Tage lagerst du die Brötchen am besten in einem Gefrierbeutel oder einer Brotbox bei Raumtemperatur. Zum Auffrischen einfach 5–7 Minuten bei 200 °C aufbacken oder auf dem Toaster aufknuspern – dann schmecken sie fast wie frisch aus dem Ofen.
Einfrieren funktioniert wunderbar: Lass die Brötchen zumindest lauwarm auskühlen, friere sie luftdicht verpackt ein und backe sie bei Bedarf direkt aus dem Gefrierfach für 10 Minuten bei 180–200 °C auf. So hast du immer ofenfrische Brötchen parat – perfekt für spontane Sonntagsfrühstücke!
Mein Knusper-Trick: Nach dem Aufbacken die Brötchen nochmal ganz leicht mit Wasser besprühen – das macht die Kruste wieder schön knusprig und gibt ihnen diesen frisch-gebackenen Glanz.
Häufige Fragen zu Sauerteigbrötchen mit Dinkel
Meist wurde zu heiß oder zu lang gebacken oder das Kochstück fehlte. Beim nächsten Mal auf Gesamtbackzeit 18–20 Min. achten und das Kochstück unbedingt verwenden – das ist der Gamechanger für Saftigkeit!
Ja, aber die Flüssigkeitmenge etwas erhöhen und das Kochstück beibehalten. Am besten schon etwas zusätzliches Wasser in den Fermentolyseteig geben. Vollkornmehl bindet mehr Wasser.
Technisch ja, aber die Brötchen werden deutlich trockener. Das Kochstück ist hier wirklich der Gamechanger für Saftigkeit – ich würde es nicht weglassen.
Nein. Du kannst rustikal abstechen – das geht schnell und hält Luft im Teig. Die Stückgare kannst du dann auf 1 Stunde verkürzen.
Die Kruste sollte goldbraun und knusprig sein. Optional kannst du auf die Unterseite klopfen – klingt es hohl, sind sie durch. Oder mit einem Einstichthermometer messen: Die Kerntemperatur sollte bei etwa 92–94 °C liegen.

Dinkelbrötchen mit Sauerteig – bald dein neues Lieblingsrezept?
Das ist mein Go-To-Rezept für saftige, nussige Dinkelbrötchen mit Sauerteig: wenig Aufwand am Backtag, viel Aroma und eine saftige Krume, die nicht gleich austrocknet. Die kalte Gare über Nacht macht den Ablauf entspannt und die Brötchen lassen sich prima einfrieren – perfekt zum Aufbacken für ein gemütliches Sonntagsfrühstück!
Lust auf mehr Sauerteig-Rezepte? Probier doch auch mal:
- Sauerteig-Pizza – knuspriger Boden mit viel Aroma
- Sauerteig-Baguette – luftig & kross, mit französichem Flair
- Roggensauerteig-Brötchen – herzhaft & kernig und einfach
- Schnelle Sauerteigbrötchen – der beste Einstieg in die Sauerteig-Brötchen-Welt
Jetzt bist du dran! Back die Brötchen und erzähl mir gerne: Wie sind sie geworden? Hast du sie rustikal abgestochen oder schön rund geschliffen? Ich bin gespannt auf deine Erfahrungen!





11 Kommentare
Judith
Die sehen ja toll aus! Kann ich auch Orangensaft benutzen? Wie bei den Dinkelbroten auch? Wie viel wäre das dann? Und wo bekommt man ansonsten Acerola oder Vitamin-C-Pulver her? Liebe Grüße!
Sonja
Hallo liebe Judith,
ja du kannst auch prima Orangensaft nehmen, ich würde 20 g an den Teig geben und entsprechend 20 g Wasser im Teig reduzieren. Vitamin-C-Pulver bekommst du in der Drogerie oder Apotheke ud das Acerola-Pulver am besten online.
LG Sonja
Katrin
Liebe Sonja,
Ich habe zur Zeit einen Weizensauerteig (flüssig, nicht LM) und einen Roggensauerteig, kann ich einen davon für den ersten Schritt verwenden und mit Dinkelmehl ansetzen? Oder brauche ich einen gefestigten Dinkelsauerteig?
Danke für deine Rückmeldung!
Sonja
Hallo liebe Katrin,
du kannst hier prima deinen Weizensauerteig als Anstellgut nutzen oder wenn du magst auch den gesamten Sauerteig für das Rezept mit Weizenmehl herstellen.
Liebe Grüße
Sonja
Andrea
Hallo Sonja,
ich habe nur Roggensauerteig. Kann ich auch damit die Brötchen backen?
Liebe Grüße
Andrea
Sonja
Hallo Andrea,
ja das geht auf jeden Fall. Die Brötchen bekommen aber wahrscheinlich ein kräftigeres und säuerlicheres Aroma durch die kalte Gare, weil Roggensauerteig da zu ein stärkeren Säurebildung neigt. Wenn du magst, kannst du ein wenig von deinen Roggensauerteig 2–3–Mal mit Dinkel auffrischen. Das reicht meistens schon für ein milderes Aroma.
LG Sonja
Melanie Klaus
Liebe Sonja
Wieder eine 5-Sterne Bewertung für dieses Rezept. Die Brötchen habe ich schon oft und auch schon als Brot gebacken, sind so lecker und bleiben lange frisch.
Vielen Dank für deine tollen, gelingsicheren Rezepte.
Liebe Grüße
Melanie
Sonja
Hallo Melanie,
das freut mich sehr, danke für die 5 Sterne und die lieben Worte! 😊
Und schön, dass das Rezept bei dir gleich doppelt funktioniert, als Brötchen und als Brot. Genau so soll es sein!
Liebe Grüße
Sonja
Magdalena Metzler
Ich liebe diese Brötchen, ebenso wie das reine Dinkel Sauerteig Brot.
Nur habe ich Probleme die Brötchen mit dem Backpapier auf den heißen backstahl um buxieren. Mein Pizzaschieber ist zu schmal und die Rohlinge sind auf dem Boden gelandet. Welchen Brotschieber empfiehlst du?
Liebe Grüße
Sonja
Hallo,
ich nutze dafür am liebsten ein randloses Backblech. Das lässt sich prima als improvisierter Brotschieber verwenden: Backpapier mit den Rohlingen drauf, und dann einfach auf den heißen Backstahl gleiten lassen. Funktioniert bei mir immer gut!
Hier mal als Beispiel, was ich meine (bei Ikea gab es auch mal ein schönes, aber ich glaube das ist nicht mehr erhältlich): Backblech ohne Rand
Worauf ich Brötchen auch gerne backe statt auf Backstahl ist ein Alu-Backblech, da kannst du alles gleich komplett in den Ofen schieben, dieses passt in meinen Ofen super rein, müsstest du bei dir aber ausmessen: Lochblech
Liebe Grüße
Sonja
Magdalena
Vielen Dank !
Ich glaube bei meinem Backofen war ein lochblech dabei, muß im Keller nachsehen.
Liebe Grüße