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Nusszopf wie von Oma: saftig, nussig und einfach gebacken

Meine 5 Tipps für einen locker aufgegangenen Hefeteig

Der Zopf steht und fällt mit dem Hefeteig. Das hat sich bei mir bewährt.

1. Kalte Milch für die richtige Teigtemperatur Ich nehme Milch direkt aus dem Kühlschrank, also 4 bis 8 °C. Beim Kneten erwärmt sich der Teig durch die Reibung um mehrere Grad, und mit kalter Milch landest du am Ende bei 24 bis 26 °C. Wird er wärmer, leidet das Klebergerüst und der Teig wird klebrig.

2. Butter zum Schluss Butter und Salz kommen erst dazu, wenn der Teig schon gut entwickelt ist. Fett legt sich sonst zwischen die Klebereiweiße und bremst die Entwicklung. So bleibt der Teig elastisch und bekommt eine seidige Struktur.

3. Zeit für die Stockgare Lass den Teig gehen, bis er sich mindestens verdoppelt hat, und geh dabei nach dem Volumen, nicht nach der Uhr. Noch mehr Aroma bekommst du mit einer kalten Führung über Nacht, die Zeiten dafür stehen in den Notizen der Rezeptkarte.

4. Die Füllung muss abgekühlt sein Das ist der Punkt, an dem die meisten scheitern. Eine warme Füllung schmilzt die Butter im Hefeteig, und beim Backen läuft alles aus. Lass sie deshalb wirklich auf Zimmertemperatur kommen. Falls sie danach zu weich ist, stell sie 20 bis 30 Minuten in den Kühlschrank, aber verarbeite sie nicht eiskalt, sonst lässt sie sich nicht verstreichen.

5. Genug Zeit für die Stückgare Nach dem Formen braucht der Zopf noch einmal 60 bis 90 Minuten. Er ist so weit, wenn er sichtbar aufgegangen ist und sich beim Antippen federnd anfühlt.

Wie ich den Teig führe und worauf es beim Kneten ankommt, steht in meinem Hefeteig-Grundrezept.

Saftiger Nusszopf in Scheiben geschnitten auf einem Marmortablett.

Welche Füllung passt zum Nusszopf und wie du sie selbst machst

Die Füllung ist das Herzstück, und sie ist in zehn Minuten gekocht. Mein Nussfüllung-Grundrezept passt genau: Du kochst Milch mit Zucker auf, rührst gemahlene Nüsse und zerbröselte Löffelbiskuits ein, gibst Butter und Gewürze dazu, fertig. Die Löffelbiskuits binden zuverlässig, dadurch wird die Füllung cremig und läuft beim Backen nicht aus.

Ein Schritt lohnt sich besonders: Röste die Haselnüsse vorher an und entferne die Häutchen. Das bringt Aroma, und weil die Bitterstoffe in den Häutchen sitzen, verschwindet gleichzeitig der bittere Beigeschmack, den viele Nussfüllungen haben. Wie das geht, steht ausführlich im Grundrezept.

So wandelst du die Nussfüllung nach Geschmack ab

Klassisch nussig: Gemahlene Haselnüsse, Zimt und ein Schuss Rum. So schmeckt es wie bei Oma.

Mit Marzipan: Arbeite 50 g Marzipanrohmasse ein, das macht die Füllung geschmeidiger und saftiger. Nimm dann etwas weniger Zucker.

Andere Nüsse: Statt Haselnüssen funktionieren auch Mandeln oder eine Mischung. Walnüsse bringen mehr Charakter, neigen aber zur Bitterkeit, mische dann Mandeln dazu.

Lieber Mohn? Der Aufbau ist derselbe, nur die Füllung ändert sich. Mohn quillt stärker als Nüsse und braucht eine eigene Führung, deshalb habe ich dafür ein eigenes Rezept: meinen Mohnzopf mit Hefeteig.

Saftiger Nusszopf in Scheiben geschnitten auf einem Marmortablett.
Rezept

Saftiger Nusszopf

Ein Hefezopf mit cremiger Nussfüllung, saftig und einfacher, als er aussieht. Für den Sonntagstisch und die Kaffeetafel.
5,0 (1 Bewertung)
Aktivzeit40 Min
Backzeit35 Min
Gesamt4 Std
Portionen 24 Scheiben (2 Stück)

Zutaten

Für den Hefeteig
  • 500 g Weizenmehl Type 550
  • 260 – 280 g kalte Milch + etwas mehr zum Bestreichen
  • 15 g Frischhefe oder 5 g Trockenhefe
  • 60 g Zucker
  • 10 g Vanillezucker
  • 1 Ei Gr. M
  • 80 g Butter kühl in Stücken
  • 5 g Salz
Nussfüllung
  • 250 ml Milch
  • 90 g brauner Zucker
  • 10 g Vanillezucker
  • 250 g gemahlene Haselnüsse alternativ Walnüsse oder Mandeln
  • 100 g Löffelbiskuits, fein zerbröselt
  • 50 g Butter
  • 1 TL Kakao ungesüßt
  • 1 TL Zimt
  • 1–2 EL Rum alternativ Espresso oder Milch
Zuckerguss (optional)
  • 200 g Puderzucker
  • 3–4 EL Milch oder Rum

Zubereitung

Hefeteig
  1. Für den Hefeteig die Hefe in der kalten Milch auflösen.
    Den Zucker, Vanillezucker, das Ei und Mehl zugeben und 10 Min. auf langsamer Stufe kneten, bis der Teig glatt und elastisch ist.
    260 – 280 g kalte Milch, 15 g Frischhefe, 60 g Zucker, 10 g Vanillezucker, 1 Ei , 500 g Weizenmehl Type 550
    Teig für Omas Dampfnudeln nach dem ersten Kneten im Kessel.
  2. Dann das Salz zugeben und weitere 5–8 Min. auf mittlerer Stufe kneten, dabei die Butter nach und nach einkneten.
    Danach in eine große, leicht geölte Schüssel oder Teigwanne geben
    (Die Fensterprobe zeigt, ob der Teig fertig ist)
    80 g Butter , 5 g Salz
    Hefeteig in einer Keramikschüssel.
Stockgare (1. Teigruhe)
  1. Den Teig abgedeckt 1,5–2 Std. bei Raumtemperatur (20–22 °C) reifen lassen, bis er sich mindestens verdoppelt hat.
    Alternativ Kaltgare über Nacht: 30 Min. bei Raumtemperatur anspringen lassen, dann abgedeckt 10–12 Std. in den Kühlschrank geben. Am nächsten Tag 60 Min. bei Raumtemperatur aufwärmen lassen, bevor du weitermachst.
    Gereifter Hefeteig in einer Keramikschüssel.
Nussfüllung
  1. Milch, Vanillezucker, Kakao, Zimt und braunen Zucker in einem Topf unter Rühren aufkochen, bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat.
    250 ml Milch, 90 g brauner Zucker , 10 g Vanillezucker, 1 TL Kakao, 1 TL Zimt
    Milch, Zucker und Gewürze für Nussfüllung aufkochen.
  2. Vom Herd nehmen, die gemahlenen Nüsse und die zerbröselten Löffelbiskuits hinzugeben und gut verrühren.
    Kurz quellen lassen (ca. 2–3 Minuten), damit die Löffelbiskuits die Flüssigkeit aufsaugen können.
    250 g gemahlene Haselnüsse , 100 g Löffelbiskuits, fein zerbröselt
    Löffelbiskuit und Nüsse in die heiße Milch für Nussfüllung rühren.
  3. Die Butter in die noch warme Masse rühren, bis sie geschmolzen ist.
    Dann den Rum zugeben und zu einer homogenen, cremigen Masse verrühren.
    (Die Füllung vollständig auf Zimmertemperatur abkühlen lassen, bevor du sie auf den Hefeteig streichst.)
    50 g Butter, 1–2 EL Rum
    Nussfüllung cremig rühren.
Teig ausrollen & füllen:
  1. Die Arbeitsfläche leicht bemehlen. Den Teig schonend zu einem großen Rechteck ausrollen (ca. 30 x 40 bis 40 × 50 cm).
    Hefeteig für Nusszopf ausrollen.
  2. Die Nussfüllung gleichmäßig verstreichen, dabei ringsum einen Rand von ca. 1–2 cm frei lassen.
    Nussfülllung auf dem Hefeteig verstreichen.
  3. Von der langen Seite her straff aufrollen und die Naht gut festdrücken.
    Nusszopfteig mit Nussfüllung aufrollen.
  4. Die Teigrolle längs halbieren und die beiden Stränge wie eine Kordel ineinander verdrehen. Dann einmal in der Mitte teilen, sodass zwei Nusszöpfe entstehen.
    Nusszopf flechten.
Stückgare (2. Teigruhe)
  1. Nusszöpfe auf ein mit Backpapier belegtes Blech setzen oder in zwei gefettete Kastenformen (ca. 25 x 11 cm).
    Geformter Nusszopf in der Kastenform.
  2. Abgedeckt nochmals 60–90 Minuten reifen lassen, bis der Teig sichtbar aufgegangen ist.
    Aufgegangener Nusszopf in der Kastenform vor dem Backen.
Backen
  1. Backofen auf 170–180 °C Ober-/Unterhitze (150–160 °C Umluft) vorheizen.
    Im unteren Drittel des Ofens ca. 30–35 Min. backen, bis er goldbraun ist. Falls der Zopf zu schnell bräunt, nach 20 Min. locker mit Alufolie abdecken.
    Danach auf einem Kuchengitter lauwarm auskühlen lassen.
    Frisch gebackener Nusszopf auf einem Rost.
Puderzucker-Guss
  1. Puderzucker sieben und mit Milch oder Rum glatt rühren, bis ein dickflüssiger Guss entsteht.
    Danach auf die noch lauwarmen Nusszöpfe verteilen.
    200 g Puderzucker, 3–4 EL Milch oder Rum
    nusszopf
Hinweis
Du kannst aus dem Rezept auch einen großen Nusszopf backen, dann erhöht sich die Backzeit auf etwa 40–45 Minuten.
Nicht zu fest flechten: Flechte den Zopf locker, damit er beim Backen schön aufgehen kann.
Kerntemperatur: Bei 91 bis 93 °C ist der Zopf durchgebacken. Miss an der dicksten Stelle, nicht in der Füllung.
Übernachtgare: Nimm 10 g Frischhefe statt 15 g. Den Teig 1 Stunde bei Raumtemperatur anspringen lassen, dann 10–12 Std. im Kühlschrank reifen lassen. Am nächsten Morgen 1–2 Std. akklimatisieren, bevor du ihn ausrollst. Die Stückgare verlängert sich dann auf etwa 90–120 Minuten.
 

So geht’s im Thermomix

Hefeteig:
  1. Alle Zutaten (außer Salz und Butter) für 5 Min. | Teigknetstufe kneten. (Zutaten möglichst kalt aus dem Kühlschrank)
  2. Dann 3–5 Min. | Teigknetstufe weiter kneten, Salz und die Butter dabei portionsweise durch die Deckelöffnung hinzufügen.
Nussfüllung:
  1. Milch und braunen Zucker in den Mixtopf geben, 5 Min. | 100 °C | Stufe 2 aufkochen.
  2. Gemahlene Nüsse und zerbröselte Löffelbiskuits zugeben, 10 Sek. | Stufe 3 vermischen. 2–3 Minuten quellen lassen.
  3. Butter, Kakao, Zimt, Rum und Vanille zugeben, 20 Sek. | Stufe 3 verrühren, bis eine homogene Masse entsteht.
  4. Füllung in eine Schüssel umfüllen und vollständig abkühlen lassen, bevor du sie verwendest.
Nährwerte pro Scheibe: ~271 kcal #haselnüsse #hefe #kakao #milch #rum #weizenmehltype550 #zimt

Nusszopf backen: Temperatur, Backzeit und wann er fertig ist

Die Temperatur: Ich backe bei 170 bis 180 °C Ober- und Unterhitze, mit Umluft bei 150 bis 160 °C. Höher würde ich nicht gehen, weil die Oberfläche sonst dunkel wird, bevor der Zopf innen durch ist.

Die Backzeit: Zwei kleine Zöpfe brauchen 30 bis 35 Minuten, ein großer 40 bis 45.

Wann er fertig ist: Am verlässlichsten misst du die Kerntemperatur an der dicksten Stelle, aber nicht in der Füllung. Bei 91 bis 93 °C ist der Teig durch. Von außen lässt sich das schlecht beurteilen, ein Zopf kann goldbraun aussehen und innen noch roh sein.

Wenn er zu schnell dunkel wird: Nach 20 bis 25 Minuten locker mit Alufolie abdecken. Dann backt er in Ruhe durch, ohne dass die Oberfläche verbrennt.

Der Guss: Streich ihn auf den noch lauwarmen Zopf, dann zieht er leicht ein und macht ihn zusätzlich saftig.

Wie bleibt der Nusszopf saftig, auch am nächsten Tag?

Für einen saftigen Nusszopf kommt es auf drei Dinge an.

1. Den Teig gut auskneten Insgesamt etwa 15 Minuten, bis er elastisch und seidig ist. Ein gut entwickelter Teig hält die Gase besser und wird lockerer. Prüf es mit dem Fenstertest.

2. Die Füllung Butter und Löffelbiskuits binden Feuchtigkeit, die im Gebäck bleibt. Genau deshalb schmeckt ein Nusszopf am zweiten Tag noch, während ein ungefüllter Hefezopf da schon trockener ist.

3. Richtig aufbewahren Vollständig auskühlen lassen, bevor du ihn anschneidest. Danach in einem Brotbeutel oder unter einem Geschirrtuch bei Raumtemperatur, nicht im Kühlschrank. Kälte lässt Hefegebäck schneller altbacken werden, nicht langsamer.

Häufige Fragen

Kann ich den Nusszopf am Vortag vorbereiten?

Ja, und das ist die entspannteste Variante. Lass den Teig eine Stunde bei Raumtemperatur anspringen und dann 10 bis 12 Stunden im Kühlschrank reifen. Am nächsten Morgen 1 bis 2 Stunden akklimatisieren, dann ausrollen und füllen. Die Füllung kannst du ebenfalls am Vortag kochen.

Warum läuft die Füllung beim Backen aus?

Meist war sie beim Aufstreichen noch zu warm, seltener war zu wenig Bindemittel drin. Lass sie vollständig abkühlen und lass beim Verstreichen ringsum ein bis zwei Zentimeter Rand frei.

Warum reißt mein Nusszopf beim Backen auf?

Zu straff gedreht oder zu wenig Gare. Dreh die beiden Stränge locker ineinander und lass den Zopf so lange gehen, bis er sichtbar aufgegangen ist und sich federnd anfühlt.

Kann ich den Nusszopf einfrieren?

Ja, gebacken und vollständig abgekühlt, am besten in Scheiben. Dann kannst du einzelne Stücke auftauen. Den Zuckerguss würde ich erst nach dem Auftauen aufbringen.

Geht das Rezept auch als ein großer Zopf?

Ja. Die Backzeit verlängert sich dann auf 40 bis 45 Minuten. Prüf gegen Ende die Kerntemperatur, weil ein dicker Zopf innen länger braucht.

Wie viele Kalorien hat eine Scheibe Nusszopf?

Aus dem Rezept werden zwei Zöpfe mit je 12 Scheiben, also 24 insgesamt. Eine Scheibe liegt bei etwa 270 Kalorien.
Zum Vergleich: Eine Nussschnecke vom Bäcker kommt auf rund 460 Kalorien je 100 Gramm, ein Nusszopf liegt bei etwa 360. Der Unterschied kommt vom Teig, denn Hefeteig enthält deutlich weniger Fett als Mürbeteig.

Saftiger Nusszopf auf einem Marmortablett mit Puderzucker-Guss.

Omas Nusszopf: ein Stück Kindheit auf dem Kaffeetisch

Für mich ist dieser Zopf ein Stück Kindheit. Eine Sache habe ich am Rezept meiner Oma trotzdem geändert: Sie hat immer einen halben Würfel Hefe genommen, manchmal auch mehr. Ich komme mit deutlich weniger aus und gebe dem Teig dafür Zeit. Der Zopf schmeckt dadurch milder und weniger nach Hefe, und das ist genau der Unterschied, den ich bei Omas Version manchmal vermisst habe.

Wenn du mehr traditionelle Hefeteig-Rezepte suchst, probier auch Omas Dampfnudeln mit Vanillesoße oder den Apfelkuchen mit Hefeteig und Streusel.

Die Füllung im Detail: Nussfüllung Grundrezept

Der passende Teig: Hefeteig Grundrezept

Mit Sauerteig: Nussstriezel mit Sauerteig

Mehr Klassiker von früher: Omas Rezepte

Verrat mir gern, ob du den Zopf mit Zitronen- oder Rum-Guss lieber magst. Über Fotos freue ich mich immer.

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2 Kommentare

  • Manuela

    5 Sterne
    Super saftiger und fluffiger Zopf mit leckerer Füllung. Top! Vielen Dank für das Rezept 😘

    • A

      Liebe Manuela,

      vielen Dank für dein schönes Feedback, freut mich sehr! 🥰

      Liebe Grüße Sonja